Seefeld/Siegsdorf – Gold von der Großschanze, Gold im Teamwettbewerb, Gold im Mixed-Team – Markus Eisenbichler war bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld der große Gewinner. Bernhard Kübler, der Erste Vorsitzende des Skiverbandes Chiemgau, kennt „Eisei“ seit etwa 20 Jahren und findet es „einfach genial, wenn Leute, die ich seit ihrem frühesten Nachwuchsalter kenne, solche Wahnsinnserfolge feiern. Den ,Eisei‘ habe ich zum ersten Mal gesehen, als er mit acht Jahren von unserer K20-Schanze in Hammer gesprungen ist.“
Auch vom Trachtenverein hat der Skiverbands-Boss den 27-jährigen Überflieger gekannt – „und zur rechten Zeit haut er noch heute einen Schuhplattler raus“, so Kübler. Eisenbichler ist ja mittlerweile nicht nur Dreifach- sondern sogar Vierfach-Weltmeister. Vor zwei Jahren hatte er in Lahti bereits Gold mit der Mixed-Mannschaft gewonnen (außerdem noch Bronze von der Normalschanze), wobei die Seefeld-Erfolge da schon noch höher einzustufen sind. „Ein sehr bodenständiger Mensch“, urteilt Kübler, dessen Heimatverein SC Hammer nur wenige Autominuten von Eisenbichlers Heimatverein TSV Siegsdorf entfernt ist, über „Eisei“, „man kann ihn auch ein bisschen mit unserem Kitzbühel-Sieger Pepi Ferstl vergleichen – zwei Typen, die immer auf dem Teppich bleiben.“
Der 56-jährige Kübler betonte in diesem Zusammenhang auch, „dass unsere Gautrainer hervorragende Nachwuchsarbeit leisten, dafür sind solche Erfolge – wie beispielsweise auch die Olympiasiege von Andi Wellinger in den Jahren 2014 (Mannschaft) und 2018 (Normalschanze) – der beste Beweis. Auch die Zusammenarbeit mit dem Inngau ist top, und wir sind für die nächsten Jahre auch gut aufgestellt. Ich denke da nur an Constantin Schmid vom WSV Oberaudorf.“
Nicht vergessen wollte Kübler, einige Namen früherer Eisenbichler-Trainer zu erwähnen. Was heute Bundestrainer Werner Schuster aus dem „Eisei“ gezaubert hat, „das wäre ohne die akribische Nachwuchsarbeit von Lorenz Wegscheider, Sepp Buchner, Christian Emmer oder Christian Leitner nicht möglich gewesen“, erklärt der Vorsitzende des Skiverbandes Chiemgau.
Laut Hans Marchfelder, Ski-Abteilungsleiter des TSV Siegsdorf, soll „Eisei“ im April bei der Winterabschlussfeier seines Vereins groß gewürdigt werden. „Das ist keine offizielle Veranstaltung, aber von etwa 100 Leuten wird er da sicher groß gefeiert werden“, erklärt Marchfelder. Dass auch die Gemeinde wieder einen triumphalen Empfang im Ort durchführt, ist ebenfalls denkbar – vor zwei Jahren wurde er nach seinen beiden Lahti-Medaillen von Tausenden Fans gefeiert.
„Markus ist unser erfolgreichster Sportler“, sagte Marchfelder schmunzelnd, „und für mich ist es natürlich bärig, dass er alle fünf WM-Medaillen in meiner Amtszeit gewonnen hat – ich bin ja erst seit drei Jahren Abteilungsleiter.“ Der 58-Jährige, der bei den Stadtwerken in Traunstein tätig ist, beschreibt den „Eisei“ als „extrem ehrgeizig, willensstark, emotional und bodenständig“.cs