Aus der Keimzelle soll Neues entspringen

von Redaktion

Nachwuchs-Team Auto Eder Bayern in Logistikzentrale des Profirennstalls vorgestellt

Neubeuern – Einen ganz besonderen Ort hatte Teamchef Ralph Denk für die Präsentation der neuen Mannschaft des Nachwuchs-Radsportteams Auto Eder Bayern ausgewählt. Das Team für die kommende Saison wurde im Neubeurer Lager des Profi-Rennstalls Bora-hansgrohe vorgestellt. „Das ist unsere Logistikzentrale und quasi das Herz von Bora-hansgrohe“, so Denk, der für beide Mannschaften verantwortlich zeichnet. In der Keimzelle der Profitruppe soll nun also die neue Saat aufgehen!

Und so stellten sich die neun Fahrer auch unter dem Weltmeisterrad von Top-Star Peter Sagan auf. Die geladenen Gäste – unter ihnen auch Hauptsponsor Willi Bonke, der im 19. Jahr dabei ist und seine Bereitschaft für 2020 („Von meiner Seite ist das gebongt“) bereits zugesagt hat – standen inmitten von Reifen, Rahmen und Lenkern und wurden von Bora-hansgrohe-Profi und -Lokalmatador Marcus Burghardt kulinarisch verwöhnt.

Der am Samerberg lebende Burghardt hatte auch gleich einige Tipps für die jungen Fahrer parat: „Sport bringt mehr Emotion wie der ein oder andere Partygang“, so der Tour-de-France-Teilnehmer, der an seine eigene Nachwuchszeit zurückblickte: „Meine Freundin war die Trainingsgruppe.“

In so einer Trainingsgruppe braucht es natürlich auch einen Aufpasser: Christian Schrot ist seit 2010 Trainer und Sportlicher Leiter des Teams Auto Eder Bayern „und in gewisser Hinsicht auch eine Vaterfigur“, sagt er. „Die Jungs sind alle 15 bis 18 Jahre, da gibt‘s zwischendurch alle Unwägbarkeiten des Lebens“, sagt Schrot, der jedes Jahr vor einer neuen Herausforderung steht. „Es ist ein ständiger Wechsel, auch diesmal haben wir wieder sechs neue Fahrer. Aber wir haben wieder eine tolle Truppe“, ist Schrot überzeugt.

Lediglich drei Fahrer aus dem vergangenen Jahr sind noch übrig – darunter mit Leslie Lührs aus Brunnthal der amtierende deutsche U19-Meister. „Es erfüllt mich mit großer Ehre und macht mich mega-stolz, dieses Trikot zu präsentieren“, so Lührs, der aufgrund der Schneemassen in diesem Winter zur Vorbereitung „öfter mal auf Langlauf- und Tourenski“ umgestiegen ist. Mit Linus Rosner aus Regensburg und Sven Zurawski aus Herzogenaurach gibt es noch zwei weitere Fahrer, die bereits aus dem Vorjahr die Strukturen in der bayerischen Nachwuchs-Auswahl kennen.

Neu sind der Augsburger Luca Dreßler und der Münchner Tobias Hornstein vom RC Die Schwalben München, der Holzkirchner Klaus Betzinger und der Münchner Laurin von Stetten vom RSV Irschenberg, der Geiselhöringer Laurent Pascal Pierza vom RSC Ingolstadt und der Bad Schussenrieder Erik Weggenmann vom RSC Kempten. „Es wird spannend, die ganzen Erfahrungen zu sammeln“, sagt Neuzugang Betzinger, der sich an den Trainingsrhythmus gewöhnen muss: „Wir haben fünf-, sechsmal pro Woche Training, die Endjahrgänge spulen pro Jahr 15 bis 16000 Kilometer ab.“

Viel Aufwand, man hat aber auch große Ziele: „Wir haben 2018 die Bundesliga-Serie gewonnen und haben das deutsche Meistertrikot. Wir sind also die Gejagten. Das ist aber auch eine große Chance, taktisch und als Team zu wachsen“, betont Schrot. Und auch Ralph Denk sagt: „Ich bin sehr stolz auf das Team. Aber natürlich werden wir uns nicht auf unserem Erfolg ausruhen, sondern auch in dieser Saison wieder alles geben.“ Der Trainer konkretisierte seine Ziele auch noch: „Wir wollen das Meistertrikot verteidigen und vielleicht auch einen oder zwei Fahrer zur Weltmeisterschaft bringen“, so Schrot. Vielleicht hängen dann ja auch in naher Zukunft Rahmen, Reifen und Lenker von Lührs & Co. in Neubeuern.tn

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