Rosenheim – Vermeidbare Gegentore, fehlende Zweikampfstärke, der unbedingte Wille war auch nicht da und dazu noch Pech im Abschluss – so wie der Fußball-Regionalligist 1860 Rosenheim in weiten Teilen der zweiten Halbzeit im Abstiegsduell gegen den Tabellenvorletzten Heimstetten aufgetreten war, kann man im Abstiegskampf nicht spielen. Wenn man dann auch noch auf einen Gegner trifft, der laut Co-Trainer Lennart Hasenbeck „nicht nur grätschen, sondern auch mutig auftreten wollte um drei Punkte mitzunehmen“, dann ist die 0:2-(0:0)-Niederlage perfekt und verdient.
Einer, der für die notwendige Aggressivität im Mittelfeld hätte sorgen können musste passen. Philipp Maier, der nach seiner Einwechslung in Memmingen von Anfang an hätte spielen sollen, war laut Auskunft des Sportlichen Leiters Hans Kroneck krank.
Das Fehlen eines Spielers kann aber nicht als Entschuldigung für eine vor allem in der zweiten Halbzeit schwache Leistung in einem so wichtigen Spiel herhalten. Da muss einfach mehr kommen, ansonsten droht der Abstieg in die Bayernliga.
Wie schon beim Spiel in Memmingen drehten die Rosenheimer in der Schlussphase noch einmal auf, doch im Gegensatz zum Montag-Spiel im Allgäu, als die Sechziger einen 0:2-Rückstand in ein 2:2 drehten, blieben ihnen Erfolgserlebnisse gegen Heimstetten versagt und so musste der neue Sechziger-Coach Thomas Kasparetti den Heimstettenern fair zum aufgrund der zweiten Halbzeit verdienten Sieg gratulieren.
In den von beiden Seiten spielerisch überschaubar aber kampfbetont geführten ersten 45 Minuten hatten die Sechziger die besseren Chancen, wobei das Glück fehlte. Wiggerl Räuber schoss bereits in der dritten Minute am langen Pfosten vorbei und Markus Einsiedler, der sich im Strafraum durchsetzte, scheiterte bei seinem Abschluss an Torhüter Riedmüller.
In dieser Phase prallten Matthias Heiß und Moritz Hannemann im Luftduell heftig mit den Köpfen zusammen. Beide Spieler erlitten stark blutende Wunden. Während der Rosenheimer Kapitän nach kurzer Behandlung weitermachen konnte, musste Hannemann ins Krankenhaus gebracht werden. Kurz vorher musste Rosenheims Pius Krätschmer mit einer Muskelverletzung ausgewechselt werden.
Im zweiten Durchgang waren die Gäste einfach besser, mutiger und wollten mehr mitnehmen als einen Punkt, der beiden Mannschaften im Abstiegskampf nicht viel geholfen hätte. Heimstetten war am ersten Tor näher dran als die Rosenheimer und nach einem kapitalen Fehlpass im Mittelfeld traf Ebeling aus halbrechter Position zum 1:0 aus Gäste-Sicht.
Der eingewechselte Korbinian Linner hatte zwar kurz darauf die Ausgleichschance, doch dann entschieden die Gäste durch einen umstrittenen Elfmeter durch Awata das Spiel. „Der Elfmeter zum zweiten Treffer war eine, ich will jetzt nicht über den Schiedsrichter schimpfen, feige Entscheidung, weil das eigentliche Foul vor dem Strafraum stattgefunden hat“, erklärte Trainer Thomas Kasparetti in der Pressekonferenz. Die dicken Chancen von Danijel Majdancevic und Markus Einsiedler brachten auch nichts mehr ein.
Jetzt müssen die Rosenheimer ganz schnell den Hebel umlegen und schon am nächsten Samstag in Schweinfurt und im Heimspiel gegen Greuther Fürth 2 unbedingt punkten. Noch ist alles möglich. bz