Kolbermoor – Der SV-DJK Kolbermoor hat derzeit zwölf Mannschaften im Spielbetrieb – angefangen von den Erstliga-Tischtennis-Damen bis hin zu den Buben, die in der Bezirksklasse A um Punkte kämpfen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass an Trainingstagen sehr viele Bälle den grünen Hallenboden bedecken. Mittwochs findet ein ganz besonderes Training statt. Geleitet werden diese Trainingseinheiten, die zumeist zwei Stunden andauern, von Krisztina Toth. Zu ihren Trainingsgästen zählen unter anderem die lange Zeit für den SV-DJK Kolbermoor spielende Laura Tiefenbrunner sowie Naomi Pranjkovic.
Krisztina Toth ist eine viel beschäftigte Frau, für die der Tag ohne Weiteres mehr als 24 Stunden haben könnte. Geboren wurde sie im ungarischen Miskolc und kam eigentlich durch ihren Onkel, der ebenfalls ein sehr erfolgreicher Spieler war, zum Tischtennis. Ihre Begabung führte schon bald dazu, dass sie im Jugendbereich zahlreiche Titel sowohl im Einzel wie auch im Doppel und mit der ungarischen Mannschaft einfuhr. Auch im Erwachsenenbereich war sie nur schwer zu bezwingen. Unter anderem wurde sie sechsmal ungarische Meisterin im Einzel, Doppel und Mixed. Ebenso stehen zahlreiche Podestplätze bei Europameisterschaften zu Buche. 13 Mal wurde sie für Weltmeisterschaften nominiert und startete viermal beim Olympischen Spielen.
Im Jahr 2000 kam sie nach Deutschland und spielte zunächst für den TV Busenbach. Über den FSV Kroppach, den TTC Langweid und den TSV Königsbrunn kam sie im vergangenen Jahr nach Kolbermoor. „In Königsbrunn durfte ich nicht mehr in der Herrenmannschaft spielen, da dies in höheren Ligen verboten ist. Dann kam ein Angebot aus Kolbermoor, und weit ist es auch nicht zu fahren“, erklärt sie ihren Wechsel.
Seit 2013 arbeitet sie zudem für den Bayerischen Tischtennis-Verband als Referentin für den Leistungssport im Nachwuchsbereich. Allerdings sieht man die viel beschäftigte Ex-Weltklassespielerin nicht oft in dessen Büroräumen. Zumeist organisiert sie Turniere auf nationaler und internationaler Ebene, bei denen sie dann auch den Nachwuchs betreut. Hinzu kommt eine Vielzahl von Lehrgängen. Ein besonderes Anliegen ist ihr das Leistungszentrum in München, das im vergangenen Jahr seinen Betrieb aufgenommen hat.
Wenn sie wirklich einmal ein Wochenende nicht auf Reisen ist, so hat Kolbermoors Abteilungsleiter Michael Fuchs ein Auge auf sie geworfen. Toth coacht dann die erste Damenmannschaft und ist zudem auch noch in der Drittliga-Mannschaft als Nummer eins gemeldet. Dort überzeugt sie bei ihren Einsätzen voll und ganz. Sie ist zwar immer noch absolut erstligatauglich, verzichtet dort aber gerne auf Einsätze. „Wenn man mich braucht, würde ich aber doch ein- oder zweimal aushelfen“, sagt die 44-Jährige.
Die Zukunft von Krisztina Toth ist noch ungewiss. In Deutschland fühlt sie sich sehr wohl und hat beim Bayerischen Tischtennis-Verband eine schöne Aufgabe. Allerdings denkt sie aber auch daran, in einigen Jahren, möglicherweise wieder nach Ungarn zurückkehren zu wollen.eg