Das war Play-off Eishockey in Reinkultur was die Starbulls Rosenheim und die Moskitos Essen den 2813 Zuschauern am Freitagabend im Rosenheimer Emilo-Stadion boten: Harte Zweikämpfe, hohes Tempo, starke Torhüterleistungen, zweimal eine Gäste-Führung, zweimal im letzten Drittel der Ausgleich von Starbulls-Kanadier Chase Witala und dann auch noch eine Verlängerung mit dem glücklicheren Ende für die Starbulls. Und wieder war es Chase Witala, der ein tolles Solo in der 77. Minute mit dem Siegtreffer zum 3:2 (0:0, 0:1, 2:1, 1:0) abschloss. Er war zumindest am Freitagabend der Starbulls-Held.
Bereits morgen, Sonntag, 18.30 Uhr, kommt es in Essen zu Spiel 2 der Achtelfinalserie. Der Weg ins Viertelfinale wird definitiv nicht leicht für die Rosenheimer, aber der erste Schritt ist getan. Pech hatte Stürmer Fabian Zick, der im ersten Drittel in die Band knallte und sich möglicherweise eine Schulterverletzung zuzog. Für ihn war die Partie danach zu Ende und Andi Nowak sprang für ihn ein.
Essen war der erwartete starke Gegner, war körperlich präsent, aber die Starbulls hielten dagegen. Nach einer Anfangsphase mit zwei, drei guten Chancen der Gäste übernahmen die Rosenheimer immer mehr das Kommando, hatten mehr Spielanteile und die besseren Chancen. Wenn man etwas am Spiel der Rosenheimer kritisieren musste, war es die schlechte Chancenauswertung. Natürlich stand bei den Essenern ein überragender Keper mit Patrik Cerveny im Tor – das wusste man im Vorfeld des Spiels – trotzdem hätte Rosenheim seine Chancen und auch viele Überzahlsituationen konsequenter nutzen müssen.
Starbulls-Verteidiger Tobias Draxinger forderte im Sprade TV-Interview in der zweiten Drittelpause von seinen Mitspielern: „Wir müssen dranbleiben. Irgendwann geht das Ding schon rein“. Und er sollte recht behalten. Nachdem die Essener in Überzahl durch Fabian Lautenschlager überraschend mit 1:0 in Führung gingen (24.) dauerte es bis zur 53. Minute ehe Chase Witala der längst überfälligen und wunderbar herausgespielte Ausgleich gelang. Danach vergaben die Starbulls eine Überzahlsituation und beim nächsten Angriff der Gäste erlaubte man den Essenern zwei Nachschüsse und Torjäger Mc Leod traf zum scheinbar vorentscheidenden 1:2 (57.) aus Rosenheimer Sicht. Aber die Hausherren schlugen nur 91 Sekunden später zurück. Manuel Neumann bereitete stark vor und erneut war es Chance Witala, der zum 2:2 traf. Riesenjubel bei den Starbulls-Fans. Jetzt musste die 20-minütige Verlängerung entscheiden.
In der Overtime wurde es eine Materialschlacht. Die größte Chance hatte Michael Fröhlich in der 76. Minute, als er bei einem Pfostenschuss Pech hatte, doch dann nahm Chase Witala Anlauf, umkurvte einen Verteidiger und den Keeper und schob im Fallen ein. Danach verschwand er in der Jubeltraube seiner Rosenheimer Mitspieler.