Komplimente bringen keine Punkte

von Redaktion

1860 Rosenheim scheitert bei der 0:1-Niederlage an effektiven Schweinfurtern

Schweinfurt – „Wenn man unten drin steht, dann verliert man so ein Spiel. So ist Fußball“, versuchte Schweinfurts Trainer Timo Wenzel seinen Trainerkollegen zu trösten. Was nur bedingt gelang. Denn Thomas Kasperetti war einerseits natürlich schon angetan vom überaus lobenswerten Auftritt der Rosenheimer Fußballer in der Regionalliga Bayern beim Spitzenteam in Schweinfurt. Andererseits kann man sich von einer achtbaren 0:1-Niederlage nichts kaufen. Gnadenlos effektiv fuhren die Schnüdel mit dem dritten 1:0 in 2019 optimale neun Punkte ein.

Was die wenigen Fans sahen, war eine Halbzeit lang eine Partie mit leichten Vorteilen für die Oberbayern. Luftetar Mushkolaj erzielte ein Abseitstor (17. Minute), Linor Shabani scheiterte freistehend vor und an Keeper Alexander Eiban (29.). Im Gegenzug war der Schuss vom wieder starken Dominik Weiß, als nach seinem gewonnenen Laufduell mit Christoph Wallner Torwart Marius Herzig parierte, die einzige gute Gelegenheit der Schweinfurter bis dato. „So eine erste Halbzeit will ich nie wieder sehen“, grantelte Wenzel. Zufrieden hingegen Kasperetti: „Wir waren wirklich nicht schlechter, hatten Gegner und Spiel ordentlich im Griff, strahlten Ruhe aus. Nur macht Linor halt bei dem Riesenbrett das Ding nicht rein!“

Entsprechend sauer muss Timo Wenzel zur Pause gewesen sein, in der er umstellte. Viel zu viele Defensivakteure standen die ersten 45 Minuten auf dem Rasen, von denen Matthias Strohmaiers Dienst nun endete. Mit Adam Jabiri kam der unter der Woche erkältete Goalgetter. Nach etwas mehr als einer Stunde flankte Arbeitstier Jabiri von rechts auf Stefan Maderer. Der traf per Sonntagsschuss genauso golden wie acht Tage zuvor in Buchbach. „Mit seiner Einwechslung kam ordentlich Schwung ins Schweinfurter Spiel, die haben das Tempo erhöht. Aber wir hatten uns vor dem 1:0 wieder gefangen“, meinte Kasperetti.

Diverse Konterchancen gab´s für die Hausherren, wobei den meisten Applaus Jabiris Linksschuss nach Abschlag von Eiban auslöste – noch vor dem 1:0 und mit Herzig als Sieger. Stichwort Eiban: „Er hat uns im Spiel gehalten, wie so oft schon diese Saison. Solche Leute brauchen wir“, lobte der FC-05-Trainer. Luftetar Mushkolaj tauchte vor und nach dem Tor zweimal gefährlich vor dem Gehäuse auf. Beim ersten Mal auf Pass von Leopold Krüger ging der Ball flach am langen Pfosten vorbei, beim zweiten Mal hatte Eiban Aktien am Verhindern des 1:1. Das wäre gewiss nicht unverdient gewesen.

„Wir hatten Glück in mancher Situation. Aber Glück musst du dir auch erarbeiten. Was man nicht vergessen darf: Rosenheim ist eine gute Mannschaft, die für mich zu Unrecht da unten steht“, urteilte mit Dominik Weiß einer der besten Schweinfurter lobend. Aber auch davon kann sich der Tabellenvorletzte nichts kaufen, der nun am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Greuther Fürth II schon etwas unter Zugzwang steht.

TSV 1860 Rosenheim: Herzig, Heiß, Räuber, Wallner (ab 85. Lenz), Krüger (ab 69. Tobias), Shabani (ab 69. Linner), Maier, Krätschmer. Mayerl, Einsiedler, Mushkolaj.

Schiedsrichter: Ostheimer

(Sulzberg).

Zuschauer: 708.

Tor: 1:0 (61.) Maderer.mho

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