Essen – „Das muss ein gutes Omen sein“, hatte Rosenheims Eishockeytrainer Manuel Kofler vor dem Auftritt seiner Starbulls im Play-off-Achtelfinale der Oberliga bei den Moskitos Essen orakelt. Kofler meinte seine guten Erinnerungen an das Stadion am Westbahnhof. „In Essen habe ich am 15. September 2000 mein erstes von 44 DEL-Toren geschossen“, erzählte Kofler – und stellte sein Premierentor bei der Trainingseinheit in Essen gleich nochmal nach.
Seine Mannen hatten wohl gut zugehört und machten es Kofler nach. Fünfmal trafen sie gestern Abend im zweiten Spiel der Play-off-Serie und sind nach dem 5:1-Erfolg nur noch einen Sieg vom Viertelfinale entfernt. Am morgigen Dienstag, 19.30 Uhr, steigt in Rosenheim das dritte Spiel dieser Serie.
Die ersten Minuten gehörten klar den Gästen, die den Moskitos den Schneid abkaufen wollten. Erst in der dritten Minute gab es den ersten Entlastungsangriff der Hausherren. Und nur Minuten später der Aufreger der Partie. Rosenheims Florian Krumpe schickte Thomas Zuravlev so hart in die Bande, dass dieser minutenlang benommen auf dem Eis lag. Logische Konsequenz: Krumpe musste auf die Strafbank, allerdings gelang es den Mücken nicht, einen Vorteil aus der Überzahlsituation zu ziehen. Kaum wieder vollzählig, machten es die Gäste besser. Mit dem guten, alten Bauerntrick wurde Michael Fröhlich im Rückraum bedient und schloss zur Führung ab. Und es wurde noch besser für die Starbulls: Nur eine Minute später zog Robin Slanina halbhoch zum 2:0 ab. Doch die Moskitos gaben sich nicht auf und nutzten diesmal eine erneute Herausstellung eines Rosenheimers. Gerade einmal 15 Sekunden hatte Manuel Neumann auf der Strafbank Platz genommen, da erzielte Julian Airich den Anschlusstreffer. Zwei Minuten später war sogar noch der Ausgleich drin, als der wieder genesene Zuravlev allein auf Rosenheims Keeper Lukas Steinhauer zulief, den Puck aber vertändelte. Im Gegenzug zeigte Neumann den Gastgebern, wie es besser geht – 1:3.
Wer geglaubt hatte, dass die Essener im zweiten Drittel ein Feuerwerk abbrennen würden, sah sich getäuscht. Und das, obwohl die Mücken gleich dreimal in Folge in Überzahl auf dem Eis standen. Kofler war dabei „sehr überrascht“ über so manche Entscheidung. Doch Rosenheim verteidigte diese brenzligen sechs Minuten klasse.
Mit viel Power begannen die letzten 20 Minuten, allerdings waren die Hausherren zu übermotiviert und kassierten eine Strafe. Hier war es, genau wie im Hinspiel, die individuelle Klasse von Chase Witala, der Sekunden nach Beginn des Powerplays das 4:1 schoss. Und sechs Minuten vor Schluss setzte Witala mit dem 5:1 den Schlusspunkt. Im letzten habe sich „ausgezahlt, dass wir mit vier Reihen durchgespielt haben“, so Kofler, der von „echtem Play-off-Hockey“ sprach.pk/tn