Rosenheim – Mit einem Sweep (drei Siege in den ersten drei Spielen einer Best-of-Five-Serie) gegen Essen zogen die Starbulls-Eishockeyspieler in das Viertelfinale der Play-off-Runde ein. Was die Mannschaft vom Coach zu lesen bekam, wer die „Spieler der Serie“ waren und wie Regensburg den Rosenheimern geholfen hat, erklärte Trainer Manuel Kofler in einem Interview mit der OVB-Sportredaktion.
Was war entscheidend? Wille, Kondition, Matchplan?
Alles, aber entscheidend war natürlich der Matchplan. Wir waren auf den Gegner optimal eingestellt und meine Spieler haben die Vorgaben perfekt umgesetzt. Wir haben das Überzahlspiel der Essener komplett entschlüsselt und auch die Stärken der einzelnen Essener Spieler, vor allen Dingen der Kontingentspieler, kamen nicht zur Entfaltung. Wir haben unseren Plan durchgezogen und was man in den drei Spielen gesehen hat: Wir haben ab der 40. Minute dominiert. Wir waren in dieser Serie körperlich und konditionell einfach besser als unser Gegner.
Sie haben die Vorbereitung auf Essen angesprochen – lüften Sie das Geheimnis?
Das ist kein Geheimnis. Ich habe meiner Mannschaft Listen über die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Essener Spielers gegeben und noch einen Satz dazu geschrieben, wie man am besten gegen den jeweiligen Essener agiert.
Wer war Ihr „Spieler der Achtelfinal-Serie“?
Eindeutig Chase Witala und Lukas Steinhauer. Sie ragten aus einer starken Mannschaftsleistung noch einmal heraus.
Das Ausscheiden von Regensburg war optimal für Rosenheim, oder?
Definitiv. Das war extrem wichtig, dass einer von oben rausfliegt, damit wir nicht so früh gegen Tilburg spielen müssen, und den Gefallen hat uns Regensburg getan.
Was sagen Sie zu den Comeback-Qualitäten Ihrer Mannschaft in den beiden Heimspielen?
Daran haben wir als Team hart gearbeitet. Auch daran, dass wir nach einem Gegentor oder zwei positiv bleiben. Das ist nicht immer einfach, aber das haben wir zusammen ganz gut in den letzten Wochen hingebracht. Das Spiel hat für uns keine 60 Minuten oder drei Drittel, sondern nur immer den nächsten Wechsel. Jeder muss sich darauf konzentrieren, in den nächsten 40 Sekunden das Optimale für die Mannschaft rauszuholen.
„Rosenheim war die Mannschaft, gegen die wir nicht spielen wollten.“ Die Aussage von Frank Gentges war eigentlich das größte Lob, oder?
Natürlich ist das ein Lob und eine Anerkennung für unsere Mannschaft, und es freut mich natürlich, das von einem Trainerkollegen zu bekommen, der schon so lange im Geschäft ist. Aber: Wir wollen auf dem Teppich bleiben und den Erfolg gegen Essen nicht überbewerten. Das war gut, aber im Endeffekt haben wir nicht mehr erreicht, als die erste Play-off-Runde zu überstehen.
Was sagen Sie zur Unterstützung der Starbulls-Fans?
Die Unterstützung von den Fans beziehungsweise von den Rängen war in allen drei Spielen top. Wir haben es geschafft, dass der Funke vom Eis auf die Zuschauer überspringt, und das gibt gerade in solchen Spielen noch mal den Extrakick – gerade in schwierigen Phasen. Die Fans, die in Essen dabei waren, haben nach unserer Führung die Halle kontrolliert.
Noch ein Wort zu den beiden schwerer verletzten Spielern Fabian Zick und Niki Meier.
Bei Niki Meier besteht die Hoffnung, dass er im Verlauf der Play-offs nach seiner Beinverletzung noch eingreifen kann – er tut jedenfalls alles dafür. Bei Fabian Zick müssen wir die Entwicklung seiner Schulterverletzung in den nächsten Tagen abwarten. Es kann aber auch sein, dass für beide Spieler die Saison vorbei ist.
Interview Hans-Jürgen Ziegler