Kondition, Unterzahlspiel, Topsturm

von Redaktion

Starbulls Drei Gründe warum die Rosenheimer Eishockeyspieler Essen ausschalteten

Rosenheim – „Rosenheim siegt in fünf Spielen“ – so lautete die Prognose des Fachblattes „Eishockey News“ für das Achtelfinale. Der erste Teil stimmte, aber dass die Starbulls einen glatten „Sweep“ schaffen könnten, durfte vor allem nach dem hauchdünnen Erfolg im ersten Spiel doch bezweifelt werden. Trotzdem sind sie jetzt eins von fünf Teams, die erst einmal zwei Spieltage lang frei haben, während sich die Nord-Spitzenteams wie Tilburg und die Hannover Scorpions mit den „Kleinen“ aus dem Süden abmühen.

Ganz interessant übrigens: Von der Torfolge her verliefen beide Heimspiele der Starbulls genau gleich. Zweimalige Führung der Gäste, langes Anrennen vor dem Ausgleich und schließlich das späte, einmal sogar überaus späte Happy End. Ein Happy End, das sich im entscheidenden Spiel doppelt happy anfühlte, weil die Starbulls den hauchdünnen Vorsprung gegen ein gleichwertiges Essener Team in der letzten Minute im Spiel sechs Essener gegen drei Rosenheimer plus Steinhauer verteidigten. Essens Trainer Frank Gentges stellte in der finalen Pressekonferenz die Rechnung auf, Chase Witala habe in der Serie sechs Tore erzielt, seine beiden Legionäre nur ein einziges. In der Tat fiel US-Boy Nick Miglio hauptsächlich durch üble Fouls, Provokationen und „Sterbender-Schwan“-Aktionen auf. Man könnte das Statement des Moskito-Coaches aber auch erweitern auf die schlichte Formel „Witala sechs, Essen fünf“, wobei ein Zyniker einwerfen könnte, Witala habe im Laufe der Serie nachgelassen: drei Tore im ersten Spiel, zwei im zweiten und nur noch eins im dritten. Aber Spaß beiseite: Wie die Nummer 90 in den beiden Heimspielen nach endlosem vergeblichen Anrennen beide Male den Bann brach, das war schon Extraklasse.

Und wie schon in den letzten Wochen war die Baindl-Witala-Höller-Reihe wieder das Maß aller Dinge. Zusammen 16 Scorerpunkte, jeder der drei mit plus sechs in der Plus/Minus-Wertung und Tore statt Strafminuten (jeder nur eine einzige Strafzeit) als Antwort auf die ständigen Provokationen und Nickligkeiten – besser und cooler kann man auf diesem Level wohl nicht spielen! Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass der Bilek-Daxlberger-Frosch-Sturm (ebenso wie die Blueliner Vollmayer und Bergmann) keinen einzigen Scorerpunkt zustande brachte und die zuletzt ebenfalls heiße Reihe Bucheli-Pauker-Zick durch Zicks frühzeitige Verletzung gesprengt wurde. In die Bresche sprangen vor allem der gnadenlos attackierende Manuel Neumann (ein Tor, drei Assists) und der überall präsente Michael Fröhlich (zwei Vorlagen, zwei Tore, darunter das der die Serie entscheidende Treffer). Und auch Robin Slanina (gegen seinen ehemaligen Klub) und der plötzlich auch offensiv wieder auffallende Tobias Draxinger schafften mehr als einen Scorerpunkt. Dazu kam noch ein sehr solider, in Phasen überragender Lukas Steinhauer, der zwar nicht so spektakulär hielt wie sein schließlich doch noch zermürbtes Gegenüber Patrik Cerveny, derzeit aber mit 1,52 Gegentoren pro Spiel und über 95 Prozent gehaltene Schüsse die Spitzenpostion im Play-off inne hat.

Am Powerplay lag es dagegen sicher nicht, dass die Starbulls so glatt die nächste Runde erreichten. Zwei Tore in rund 30 Minuten Überzahl sind definitiv zu wenig. Eher lag es schon am aufopferungsvoll und meist souverän praktizierten Unterzahlspiel, das dem Gegner ebenfalls nur zwei Treffer in mehr als 26 Minuten nummerischer Überlegenheit gestattete – mit dem Höhepunkt der erwähnten Drei-gegen-Sechs-Schlacht am Serienende.

Und so kam es auf die Konstellation Fünf gegen Fünf an, bei der sich die Starbulls wie meistens in der Südrunde als überlegen erwiesen. Drei Tore erzielten sie in jedem Spiel, so viele, wie für Essen in der Serie zu Buche standen!

Ein weiterer entscheidender Punkt war sicher die Kondition. Obwohl die Starbulls wegen der Verletzung von Zick und der drei Disziplinarstrafen im entscheidenden Match nicht mit vier Reihen spielen konnten, hatten sie auch hier zum Ende hin einfach die größeren Reserven. Während in den drei Anfangsdritteln (4:3 für Rosenheim) und den drei Mittel-abschnitten (0:1) die Kräfte ziemlich ausgeglichen verteilt waren, ließen Witala & Co. in drei Schlussdritteln nur einen Treffer zu, schossen aber sechs, und dazu noch das Siegtor in der Verlängerung des ersten Spiels.

Artikel 1 von 11