Rosenheim – Als Fußball-Kreisspielleiter ist Thomas Langner (Taching) zurückgetreten, doch seine Ideen leben weiter. Das Projekt „Neun gegen Neun“, für das Langner gekämpft hatte, wird in der kommenden Spielzeit als Pilotversuch in den C-Klassen (Herren) des Kreises Inn/Salzach eingeführt.
Wer keine elf Spieler für die nächste Partie aufbieten kann und dem Gegner mindestens 48 Stunden vorher Bescheid sagt, kann 2019/20 zu neunt antreten und steht dann auch neun Spielern des Gegners gegenüber. Das Spielfeld kann dabei um eine Strafraum-Länge verkürzt werden, damit die Kicker nicht noch mehr laufen müssen. Der einzige Wermutstropfen für Vereine, die den „Neun gegen Neun“-Joker ziehen: Sie verlieren das Aufstiegsrecht in die B-Klasse – aber das spielt für die meisten ohnehin keine große Rolle.
Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) will damit Spielausfällen und Abmeldungen ganzer Mannschaften wegen Spielermangels vorbeugen. Fünf C-Klassisten im Kreis haben in dieser Saison schon das Handtuch geworfen, und es stehen noch neun Spieltage aus. „Das Echo bei den Vereinen ist durchaus gemischt“, sagt die Kreisvorsitzende und Interims-Nachfolgerin Langners, Carmen-Jutta Gardill (Pittenhart). „Einige glauben, dass dieses Modell bei uns noch nicht nötig ist. Aber wir vergeben uns damit ja nichts.“ Das Modell kommt aus den strukturschwachen Regionen in Nordbayern, wo das „Flex“-Modell in der Rhön und im Kreis Hof/Marktredwitz teilweise sogar in den A-Klassen angewendet wird. Im Kreis Inn/Salzach hatte eine Handvoll Vereine schon für die laufende Saison auf Neuner-Teams umsteigen wollen, doch da war Langner mit der Idee noch beim Verband gescheitert.ah