Von den Play-offs nicht blenden lassen

von Redaktion

Starbulls Rosenheim

Raus mit Applaus! Diesen haben sich die Starbulls Rosenheim für die Play-off-Serien in der Eishockey-Oberliga gegen Essen und die Hannover Scorpions durchaus verdient. Im Achtelfinale ein klares 3:0, im Viertelfinale fehlten Nuancen zum Weiterkommen. Doch bevor sich jetzt doch noch irgendwer bei den Starbulls befleißigt fühlt, sich selbst auf die Schulter zu klopfen: Am Ende bleibt die Enttäuschung!

Zum dritten Mal hintereinander endet eine Serie ungenügend: 2017 der völlig unnötige Abstieg aus der DEL2, 2018 der um Längen verpasste Wiederaufstieg, 2019 wieder das Aus im Viertelfinale, nach der Meisterrunde war man sogar schlechter platziert als im Vorjahr. Insofern war die Saison ein Rückschritt – und das mit einem deutlich erfahreneren und wohl auch kostenintensiveren Kader. Ein Kader, der im vergangenen Sommer kaum verändert wurde. Und dann doch nicht genügte. Ein Kader, der im Laufe der Saison dreimal verstärkt wurde – und es reichte immer noch nicht. Immerhin kamen vier der sechs Neuen aus der DEL2!

In der Kaderzusammenstellung sind gewaltige Fehler gemacht worden. Neun Spieler sind über 30 Jahre alt, nur vier Spieler unter 23. Die Zukunftsperspektive ist überschaubar. Ein Beispiel: Der EV Landshut, einziger verbliebener Süd-Verein im Halbfinale, hat vier Spieler über 30 Jahre, dafür zehn Spieler unter 23 Jahren im Aufgebot!

Nun gilt es, einen neuen Anlauf zu nehmen. Nur sollte man sich nicht von den letzten Wochen mit vielen Siegen und ordentlichen Play-off-Leistungen blenden lassen. Zur Saison gehören auch der Dezember und Januar, wo man in 19 Spielen 13 Niederlagen kassierte und eine bessere Platzierung für die Play-offs verspielte. Die Verantwortlichen müssen sich fragen, wohin die Zukunft führen soll und welche Spieler dafür infrage kommen. Dass die Haupt- und Meisterrunden-Topscorer Vitezslav Bilek und Dusan Frosch in den Play-offs unter ferner liefen in der Statistik auftauchen, gehört dabei auch auf den Tisch. Ein größerer Umbruch darf nicht ausgeschlossen werden!

Dass Trainer Manuel Kofler die Starbulls auch in der neuen Saison anführt, mag etlichen Eishockeyfreunden nicht gefallen. Aber: Ein guter Trainer zeigt sich in der Krise – und Manuel Kofler hat mit 14 Siegen aus 20 Begegnungen seit Anfang Februar die Kurve wieder gekriegt! Rosenheims Eishockey hat schon immer die akribischen Arbeiter bevorzugt. Das ist Kofler und deshalb hat er sich eine dritte Chance redlich erarbeitet!

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