Rosenheim – Spannung pur in der Fußball-Regionalliga Bayern – zumindest für den neutralen Fußballfan. Denn während sich viele an einem hochspannenden Abstiegskampf mit intensiv-leidenschaftlichen Spielen erfreuen dürfen, ist es für Spieler, Funktionäre und Fans des TSV 1860 Rosenheim wohl nicht ganz so amüsant. Der Überlebenskampf hat begonnen und geht im Grünwalder Stadion in die nächste Runde. Am heutigen Montag (Anpfiff 20.15 Uhr) gastieren die Rosenheimer Sechziger beim FC Bayern München II.
Die Regionalliga Bayern ist in dieser Saison ziemlich ausgeglichen. Während in der vergangenen Saison die Münchner Löwen an der Tabellenspitze einsam ihre Kreise zogen und der FC Unterföhring frühzeitig als Absteiger feststand, zeigt sich in dieser Saison ein anderes Bild. Vorne ärgert der VfB Eichstätt als Spitzenreiter den haushohen Favoriten und Aufstiegsaspiranten von der Säbener Straße und am Tabellenende kämpfen mehrere Teams ums Überleben in Deutschlands vierthöchster Spielklasse – unter anderem auch 1860 Rosenheim. Für Thomas Kasparetti und seine Spieler ein Drahtseilakt – sollte man doch trotz der prekären Tabellensituation an den Spieltagen Lockerheit an den Tag legen und unbeschwert aufspielen. Vor allem die mentale Belastung, darüber wird sich Sportwissenschaftler Kasparetti sicher sein, gilt es anzunehmen und auch bei kleinen Rückschlägen zu verarbeiten. Und davon gab es in den letzten Wochen genug: 3:4 gegen Spitzenreiter Eichstätt, 0:1 gegen Schweinfurt. Rosenheims Coach selbst will nicht mit der weißen Fahne zum Spitzenteam fahren: „Wir fahren nach München, um dort ein gutes Spiel abzuliefern. Zu was es am Ende reicht, wird sich zeigen. Bayern München II ist natürlich der große Favorit und es ist für uns immer etwas Außergewöhnliches im Grünwalder Stadion auflaufen zu dürfen. Wir werden uns auf alle Fälle taktisch etwas Besonderes einfallen lassen und damit vielleicht für eine Überraschung sorgen können.“ Philipp Maier muss gelb-rot-gesperrt passen. Da mit Bruno Goncalves (Knöchel), Mike Neumeier (Sprunggelenk), Adel Merdan (Knie) sowie Leopold Krüger (Schulter) noch weitere Akteure sicher pausieren müssen, kommt der 1860-Kader mittlerweile etwas dünn daher, zumal zuletzt auch Linor Shabani und Pius Krätschmer sowie Kapitän Mathias Heiß angeschlagen waren.
Auch der FC Bayern München muss seine Startformation für die Montags-Begegnung umbauen. Top-Talent Johua Zirkzee fehlt rotgesperrt, Maxi Welzmüller sitzt eine Gelbsperre ab und Torhüter Christian Früchtl fällt verletzt aus. Spielfit und auch in dieser Saison mit reichlich Treffsicherheit ausgestattet ist hingegen Kwasi Okyere Wriedt. Der 24-jährige Angreifer liegt derzeit bei 20 Treffern und ist damit auf einem guten Weg seine letztjährige Tormarke von 21 zu übertreffen. Neben „Otschi“ Wriedt ist im Team von Holger Seitz, der zusammen mit dem Ex-Rosenheimer Dirk Teschke die Geschicke beim FCB II leitet, wohl auch der Koreaner Wooyeong Jeong (12 Tore) ein ständiger Gefahrenherd für den Abwehrverbund der Innstädter.
Dass man auch gegen Spitzenteams konkurrenzfähig ist, haben die jüngsten Partien gegen Schweinfurt und Eichstätt gezeigt, die knapp, ausgeglichen und auf Augenhöhe waren. Gegen den FC Bayern München kommt noch der Livespiel-Charakter hinzu, da die heutige Partie live im TV auf Sport1 übertragen wird. Vielleicht gibt dies ja einen zusätzlichen Motivationsschub…mpo