Dr. Starsis größter Erfolg mit Rosenheim: Der Gewinn der Meisterschaft 1989. Rechts Manager Josef Wagner.
Telefonaktion mit Dr. Starsi in den Räumen des Oberbayerischen Volksblatts.
Rosenheim – Dr. Jano Starsi war neben Dr. Pavel Wohl der erfolgreichste Trainer in der Geschichte des Rosenheimer Eishockeys: Einmal Meister, zweimal Vizemeister und einmal Dritter wurde der Slowake mit dem SBR – jetzt ist der letzte Rosenheimer Meistertrainer, was den deutschen Titel betrifft, tot. Dr. Jano Starsi ist am Samstag im Alter von 85 Jahren gestorben.
Seriös, gerecht und kompetent
Vier Jahre war Dr. Starsi für den Sportbund Rosenheim als Coach hinter der Bande verantwortlich. Es war die Zeit, als der Sportbund Rosenheim und die Düsseldorfer EG das deutsche Eishockey bestimmten und die Zuschauer in Massen in das Marox-Stadion strömten. Knapp 6000 Zuschauer im Schnitt kamen pro Spiel ins Stadion, viele Spiele waren schon Tage vorher ausverkauft. Auch weil die Rosenheimer Top-Eishockey boten, viele Nationalspieler in ihren Reihen hatten und einen Trainer, der vom Meister-Kapitän Ernst Höfner noch heute in den höchsten Tönen gelobt wird: „Meine Erinnerungen an Jano sind nur positiv. Sowohl in Garmisch wie auch in Rosenheim wurden wir deutscher Meister. Er war seriös, gerecht und kompetent. Sein Training war immer kreativ und auf internationalem Niveau. Selbst war er ein überragender Spieler, ein Top-Ausbilder und sehr erfolgreich. Als Trainer wurde er auch Weltmeister.“
„Er war ein toller Trainer, dem ich viel zu verdanken habe“, sagt Mondi Hilger, der damals gerade 22 Jahrealt und in der Meistersaison hinter Gordie Sherven zweitbester Rosenheimer Torschütze war. „Er hat mir das Vertrauen geschenkt und hat mich in der Meistersaison in der ersten Reihe spielen lassen. Dr. Starsi war auch ein toller Mensch, der sein fachliches Wissen hervorragend vermitteln konnte. Ich habe ihn später immer wieder bei Weltmeisterschaften getroffen und das war immer ein sehr freundschaftliches Wiedersehen“, beschrieb Hilger gestern seinen Ex-Trainer.
„Dr. Starsi war ein sehr erfahrener Trainer, der sofort gewusst hat, wie er mit der Mannschaft umzugehen hat. Er hat die Richtung vorgegeben, uns aber auch laufen lassen“, erinnert sich Verteidiger Heini Schiffl an die Jahre mit dem Slowaken, der am 17. April 1933 in der Nähe von Bratislava geboren wurde. Verteidiger Rainer Blum erinnert sich mit einem Schmunzeln an eine bestimmte Geste, wenn es einmal nicht nach seinen Wünschen lief: „Dann hat Dr. Starsi sich zum Publikum gedreht, abgewunken und gefragt: Was soll ich machen, hab ich solche Spieler auf Eis.“
In bester Erinnerung bleibt Markus Berwanger, der bei allen drei Rosenheimer Meisterschaften dabei war, der Titelgewinn 1989: „Aber auch das Europacup-Finale. Lustig war, als wir kurz nach der Wende gegen Dynamo Berlin spielten und die Fans immer wieder riefen: ,Stasi raus‚ Stasi raus’. Wir fragten ihn, warum sie Starsi raus schreien. Seine Antwort in bestem Deutsch-Tschechisch: No ihr Banditen, ich weiß genau, was Fans rufen.“ Die Ostberliner Fans meinten natürlich den Staatssicherheitsdienst und nicht den Rosenheimer Trainer, der als Nationaltrainer 1976 und 1977 mit der Tschechoslowakei Weltmeister wurde und 1976 in Innsbruck die olympische Silbermedaille holte.
Dr. Starsi erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Aufnahme in die IIHF Hall of Fame als Trainer. 2009 wurde er in die Hall of Fame des deutschen Eishockeys aufgenommen und 2010 in die Tschechische Eishockey-Ruhmeshalle.