Rosenheim – Wenn der TSV 1860 Rosenheim am heutigen Samstag zum Regionalliga-Konkurrenten FC Pipinsried ins Dachauer Hinterland reist, steht einiges auf dem Spiel – immerhin Tritt der Tabellen-16. (Rosenheim) beim Schlusslicht (Pipinsried) an. Vier Spieltage vor dem vorläufigen Saisonende kann die Devise für beide Teams nur heißen: verlieren verboten. Anpfiff dieser richtungsweisenden Begegnung ist um 14 Uhr.
Was im gleichnamigen Western von einem heroischen Gary Cooper verkörpert wurde, trifft in diesen Tagen auch ein klein wenig auf Markus Einsiedler zu. Er ist derzeit Rosenheims Lebensversicherung. Der späte Ausgleichstreffer in Memmingen, der Ausgleich bei den Bayern oder aber auch sein Doppelpack am vergangenen Wochenende gegen Ingolstadts „Zweite“ sicherten den Sechzigern allein in der Frühjahrsrunde fünf eminent wichtige Punkte. Doch auch Einsiedlers Teamkollegen sind aktuell gut in Form und im „Powerranking“, welches die letzten fünf Pflichtspiele einberechnet, auf dem fünften Rang. Davon kann man sich in der Tabelle wahrlich nicht viel kaufen, außer dem Wissen, dass man mithalten kann. Mit den richtig guten Teams genauso, wie mit den tabellenmäßig eher als schwächer einzuschätzenden Teams. Doch gerade gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel haben Heiß, Räuber und Co. noch Nachholbedarf, was die Punkteausbeute betrifft. Gegen Mitkonkurrent Heimstetten gab es zwei schmerzliche Niederlagen, gegen Augsburg II nur einen Punkt und auch gegen Aschaffenburg ergatterte man in zwei Partien nur einen Zähler.
Gegen den heutigen Gegner FC Pipinsried sollten die Innstädter mehr als gewarnt sein. Zum einen verlor man das Hinspiel mit 0:2 und zum anderen wird den Gelb-Blauen von den gegnerischen Trainern wöchentlich eine überlegene Leistung attestiert – zum Sieg reicht es jedoch eher selten. Nur gegen Aschaffenburg und Schalding-Heining gewann das Team von Spielertrainer Fabian Hürzeler, das mit 64 Gegentreffern die mit Abstand löchrigste Defensive aufweist. Personell und auf dem Papier ist die Elf von „Pipi“, so der Kosename der Dachauer, mehr als konkurrenzfähig in der Regionalliga Bayern. Mit Thomas Reichlmayr (27) verfügt man über einen erfahrenen Torhüter, Kopf des Teams ist jedoch zweifelsfrei Kasim Rabihic. Der 26-Jährige verfügt über überragende technische Fertigkeiten und erzielte in dieser Spielzeit bereits zwölf Tore und bereitete sieben weitere vor. Meist fand Rabihic dafür den pfeilschnellen Angreifer Marian Knecht, der jedoch aktuell verletzt pausieren muss. Im Team von Thomas Kasparetti wird neben den verletzten Bruno Goncalves und Adel Merdan auch Luftetar Mushkolaj fehlen. Der Winterneuzugang, zuletzt im Aufwind, handelte sich in einer hitzigen Schlussphase gegen Ingolstadt II den roten Karton ein.
High Noon in Pipinsried. Beide Teams werden sich wohl auf Augenhöhe, mit zusammengekniffenen Augen und voller Leidenschaft begegnen. Wer letztlich am schnellsten zieht und die Punkte auf seine Habenseite bringen kann, ist – im Gegensatz zum Western – in dieser Partie noch nicht bekannt. Es deutet aktuell jedoch viel auf ein Einsiedler-Rabihic-Duell hin.mpo