Platz eins, vier und acht in der Rundfahrwertung und sechs Podiumsplätze auf den Etappen bei der internationalen Sardinienrundfahrt war die eindrucksvolle Bilanz des Raublinger Teams Corratec & friends. Die schon traditionelle internationale Rundfahrt erlebte 2019 bereits die 23. Auflage. Es waren rund 1500 Teilnehmer aus über 15 Nationen am Start. Das Team Corratec & friends meldete die vier Fahrer seines „Kernteams“. Teamleader und Seriensieger 2018, Michael Spögler aus dem Sarntal, Frederic Glorieux und Bob Michels, zwei Belgier, und Daniel Debertin aus Karlsruhe, ein noch nicht so bekannter Neueinsteiger, dem man bei der Nominierung aber sehr viel zugetraut hatte.
Bei der ersten Etappe über 142 Kilometer mit 1489 Höhenmetern fuhr Spögler auf den zweiten Platz, Glorieux fand sich auf Platz zehn und Debertin auf Platz 36 gesamt wieder. Am nächsten Tag ging es in das mitentscheidende Einzelzeitfahren und das bei grenzwertig fahrbaren Winden. Und es sollte ein besonderer Tag für das Team werden, auch wenn der Mann in Gelb – Purbrook Barnabas – mit drei Sekunden auch die zweite Etappe für sich entscheiden konnte. Spögler fuhr auf Platz zwei ins Ziel, Debertin rauschte nach dem Pech auf der ersten Etappe auf Platz drei ins Ziel, knapp gefolgt von Glorieux auf Platz acht.
Mit Entschlossenheit und Teamspirit wollte man das Projekt „Angriff auf Gelb“ starten. Auf der dritten Etappe konnte man den Gesamtführenden noch nicht entscheidend in Verlegenheit bringen. Das Teamzeitfahren tags darauf wurde vom Veranstalter kurzfristig aufgrund der immer noch heftigen Winde aus Sicherheitsgründen abgesagt.
Die fünfte Etappe war zugleich die Königsetappe der Rundfahrt mit Start und Ziel in Portoscus. Der Plan im Team Corratec: An dem ersten steilen Anstieg sollte Debertin vorne weg so ein hohes Tempo anschlagen, dass seine Teamkollegen noch mitgehen konnten, nicht aber der Mann in Gelb. Und das ist gelungen. Eine Vierergruppe mit den beiden Corratec-Fahrern Spögler und Glorieux war an der Spitze, mit 45 Sekunden Vorsprung auf eine weitere Vierergruppe mit dem Gesamtführenden und Debertin. Die ersten vier fuhren dann mit 3:45 Minuten Vorsprung ins Ziel, mit Platz zwei für Glorieux und Platz vier für Spögler. Der Gesamtführende erreichte völlig erschöpft das Ziel auf Platz fünf.
Bei der Siegerehrung durfte Spögler das Gelbe Trikot überziehen, mit fast zwei Minuten Vorsprung. Glorieux wurde mit Platz zwei auf der Etappe belohnt und das Team konnte sich dazu über den vierten Sieg in der Teamwertung auf der vierten Etappe freuen.
Die finale Etappe mit einer Bergankunft wollte das Team natürlich nochmals so gut wie möglich absolvieren. Die Strecke war zwar nur 40 Kilometer lang, aber auf dem Schlussanstieg waren 822 Höhenmeter am Stück zu absolvieren. Vier Kilometer vor dem Ziel versuchten Spögler und Debertin im Team die Flucht aus der Spitzengruppe. Dies gelang und sie fuhren Hand in Hand über die Ziellinie. Glorieux gelang es zudem noch, solo aus der Spitzengruppe wegzufahren. Und so wurde auf der letzten Etappe ein einmaliger Dreifacherfolg Wirklichkeit.
Spögler gewann die Rundfahrt souverän. Dazu verbesserte sich Glorieux nach dem Auftakt in der ersten Etappe in der Gesamtwertung von Platz zehn auf vier und Debertin fuhr von Platz 36 auf acht.