Die Luft für 1860 wird immer dünner

von Redaktion

Fussball-Regionalliga Bayern: Rosenheimer empfangen heute, 14 Uhr, Illertissen

Rosenheim – Nachdem der SV Heimstetten seine Nachholpartie gegen den VfB Eichstätt am Mittwoch mit 3:2 gewinnen konnte, steht der TSV 1860 Rosenheim wieder auf einem direkten Abstiegsplatz in der Fußball-Regionalliga Bayern. Drei Spieltage vor dem Saisonende stehen Trainer Thomas Kasparetti und sein Team somit mit dem Rücken zur Wand. Nur Punkte können die Sechziger jetzt noch direkt oder über den Umweg Relegation retten. Die ersten sollen am heutigen Heimspiel gegen den FV Illertissen eingefahren werden. Anpfiff im Rosenheimer Jahnstadion ist 14 Uhr.

Die Gesichter waren lang im Lager der Rosenheimer Sechziger. Nach zwischenzeitlicher Führung verloren sie die „Alles-oder-Nichts“- Partie gegen den FC Pipinsried noch mit 1:2. Platz 17 mit 31 Punkten ist somit vor dem heutigen Spieltag bittere Realität an der Mangfall. Auch wenn in einer eng zusammenhängenden Regionalliga Bayern sogar noch der direkte Ligaverbleib im Bereich des Möglichen liegt, wird die Luft bei jedem punktelosen Spieltag immer dünner. Gegen den FV Illertissen wollen Kapitän Matthias Heiß und seine Kollegen deshalb möglichst den maximalen Punkteerfolg.

In welcher taktischen Formation Thomas Kasparetti und Gerald Straßhofer ihr Team aufs Feld schicken ist indes noch nicht bekannt – und in der jetzigen Situation wohl auch nicht sonderlich entscheidend. Viel wichtiger ist die Einstellung, die jene elf Spieler plus Einwechselakteure an den Tag legen. „Wir wissen, was die Stunde geschlagen hat und müssen an die Leistungsgrenze gehen oder sogar darüber hinaus. 100-prozentiger Einsatz in den letzten drei Saisonspielen sind Voraussetzung, um unser Ziel den Klassenerhalt noch erreichen zu können. Wir haben deshalb noch intensiver trainiert und die Zügel angezogen. Die Jungs ziehen voll mit und sind mit großer Leidenschaft bei der Sache“.

Der heutige Gegner des TSV 1860 Rosenheim ist seit dem 2:1-Erfolg gegen den FC Augsburg 2 am 30. Spieltag überschritten der FV Illertissen die ominöse 40-Punkte-Grenze. Im Spiel darauf setzte es zwar eine Heimniederlage gegen den TSV Buchbach (1:3), die Saison jetzt locker und wehrlos ausklingen lassen, wird für den FVI dennoch keine Option sein. Etliche Spieler kämpfen noch um Anschlussverträge oder wollen sich für neue Vereine empfehlen. Außerdem sind Gegner, die unbeschwert aufspielen können überwiegend mutig und voller Spielfreude.

Die offensive Lebensversicherung der Schwaben heißt Burak Coban und Felix Schröter. Die beiden Stürmer trafen insgesamt 23-mal ins gegnerische Tor und sind deshalb im Team von Marco Küntzel wichtige Säulen. Küntzel selbst war seinerzeit Stürmer bei Borussia Mönchengladbach, Arminia Bielefeld, Energie Cottbus und dem FC Augsburg. Viellicht ist gerade deshalb die Grundausrichtung der Mannschaft eher offensiv – zu Lasten der defensiven Stabilität. Denn mit 56 Gegentreffern mussten die Blau-Weißen die drittmeisten der gesamten Liga hinnehmen.

Ein Ansatzpunkt für den TSV? Vermutlich ja. Die Illertisser sind zwar so gut wie gerettet, haben aber nichts zu verschenken. Rein rechnerisch fehlt ihnen noch ein Punkt und den wollen sie natürlich in Rosenheim ergattern. „Die Sechziger stehen mit dem Rücken zur Wand, werden bis zum Letzten kämpfen“, ahnt Trainer Marco Küntzel. „Da gibt’s nur eins, dagegen halten. Soll ja niemand glauben, dass wir das Ganze jetzt auslaufen lassen. Wir werden die Saison seriös zu Ende spielen. Schließlich haben wir nächste Woche noch das Derby gegen Memmingen, wo es einiges gutzumachen gilt.“

Er sei fußballerisch zuletzt durchaus zufrieden gewesen, so der Illertisser Trainer weiter. Nur die Chancenverwertung sei katastrophal gewesen und die Defensive mache derzeit keinen guten Job.

Da hoffen die Rosenheimer natürlich, dass das auch am Samstag so bleibt. mpo

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