Bad Endorf – Leichtathlet Nick Kocevar vom TSV Bad Endorf ist bereits zu diesem frühen Freiluft-Saison-Zeitpunkt in einer überragenden Verfassung.
Im Jahr 2017 feierte der Sprinter noch im deutschen Nationaltrikot den sensationellen Erfolg als Jugend-Weltmeisterschafts-Fünfter im 100-Meter-Lauf. In der Saison 2018 lief es dann allerdings nicht ganz rund für den Endorfer und der gesamte Verlauf erwies sich als eine Pechsträhne und wurde bereits Ende Mai vorzeitig abgebrochen. Schmerzen im linken Oberschenkel und eine angebliche Zerrung erwiesen sich später als ein Muskelfaserriss – und auch hier war die Diagnose falsch. „Da sind für uns Welten zusammengebrochen, dass Nick einfach immer Schmerzen hatte“, erzählte sein Vater und Trainer Mitja Kocevar. Nick Kocevar selbst ist längst in sehr guten Händen bei seinem Physiotherapeut Alexander Kudrewitsch ebenso wie dem weltweit anerkannten Chiropraktiker von Usain Bolt, Dr. Thomas von Mendelssohn. Er arrangierte schließlich eine Untersuchung beim ehemaligen FC-Bayern-Arzt Dr. Volker Braun und dieser diagnostizierte mit seinem Ärzteteam einen eingeklemmten Nerv am Rücken, der die komplette Beinmuskulatur verspannte.
Eine Therapie von nur zwei Wochen machte Nick Kocevar dann auch wieder sehr schnell fit – die Saison 2018 war damit dennoch gelaufen.
Zurück ist der Endorfer Sprinter nun wieder seit den Wintermonaten und als bayerischer Jugendmeister über 60 Meter feierte er bereits in der Halle einen Erfolg.
200-Meter-Rekord stammte von Kelm
Vor knapp zwei Wochen war Nick Kocevar nun bereits sensationell schnell unterwegs beim Mehrkampf-Sportfest in Bad Endorf, obwohl er gerade erst von einem Trainingslager aus Slowenien zurückgekehrt war: Mit tollen 21,49 Sekunden spurtete er auf Anhieb bei leichtem Gegenwind und ohne Gegner zu einem neuen persönlichen Rekord, steigerte diesen gleich um 22 Hundertstelsekunden und klettert nun zu diesem frühen Saisonzeitpunkt auf Anhieb auf den ersten Platz in der aktuellen deutschen U20-Jugend-Jahresbestenliste. Schon jetzt ist er damit für die deutschen Meisterschaften qualifiziert und klopfte schon ganz knapp an die Norm für die U20-Europameisterschaften in Schweden von 21,30 Sekunden. Oben drauf bedeutete seine 200-Meter-Zeit einen neuen Wendelstein-Kreisrekord. Damit löschte er die fast 34 Jahre alte Rekordzeit vom 30. Juni 1985 des Wasserburgers Bernhard Kelm von 21,57 Sekunden aus.
Auch bei Vater und Trainer Mitja Kocevar hat sich in den letzten Monaten sehr viel getan: Der erfahrene Coach ist nun nach erfolgreich absolvierten Lizenzen als B-Trainer Sprint und Sprung nun in noch höhere Gefilde aufgestiegen. Vor kurzem schaffte er die Lizenz zum A-Trainer für Leistungssport beim DOSB und DLV im Sprint.
„Damit habe ich eine sehr hohe Ausbildung, die nur ganz wenige Menschen in Bayern haben und Kenntnisse, die eventuell auch andere Sportler in unserer Region nutzen könnten“, erzählte Kocevar, der mit einem Co-Trainer-Posten im Fußball liebäugeln würde. „Das würde mich sehr freuen, wenn der eine oder andere Verein Interesse hätte“.