Gute Ideen zu einem falschen Zeitpunkt

von Redaktion

Starbulls Rosenheim

Nach der Pressemitteilung der Starbulls-Vorstandschaft vom Samstag steht fest: Vor der nächsten Saison wird und darf als Saisonziel nicht der Aufstieg ausgegeben werden. Da dürfte eher das sichere Erreichen der Play-off-Runde als Erfolg gefeiert werden. Die Starbulls können, so wie es aktuell aussieht, nicht mit den „Großen“ der Liga mithalten. Wollen würden sie schon gerne, aber da scheitert es am Geld – obwohl durch die vielen „Neuverpflichtungen“ im Sponsorenbereich scheinbar finanzielle Mittel vorhanden sein müssten. So jedenfalls wird es dem Eishockeyfan vermittelt. Oder wird das Geld in andere Projekte gesteckt?

Ob es da als notwendige Verstärkung für die Mannschaft gleich einen „100-Punkte-Spieler“ braucht, sei dahingestellt, aber das Erfolgsrezept für ein starkes Eishockeyteam hat sich, egal in welcher Liga, in den letzten 30 Jahren nicht oder kaum verändert: Ein starker Nummer-eins-Torhüter, Top-Kontingentspieler und eine gute Mischung aus erfahrenen Akteuren, guten „Mittelalter“-Spielern und hungrigen, talentierten Jungspunden. Ein solches Team zusammenzustellen – mit Perspektive für eine Klasse höher (siehe Landshut) – haben die Starbulls-Verantwortlichen in zwei Jahren seit dem Abstieg nicht geschafft. Da wurde viel Geld verbrannt, das jetzt beim geplanten Neuaufbau fehlt. Starken Ausländern musste man deshalb absagen, weil Landshut aufgestiegen ist und die fehlenden Derby-Einnahmen ein großes Loch in die Kasse reißen.

Warum dann der Dauerkartenverkauf nicht wie in den Jahren vorher schon Anfang April startete, ist unerklärlich. Da fehlt Geld, das man in die Kaderplanung investieren könnte. Während beispielsweise Bad Tölz schon vergünstigte Dauerkarten im vierstelligen Bereich verkauft hat, wollen die Rosenheimer mit dem Dauerkartenverkauf erst nach Pfingsten beginnen. Definitiv zu spät.

Das Stadion auf Vordermann zu bringen, für neue Sponsoren einen schmucken VIP-Bereich anzubieten, der vielleicht irgendwann auch einmal schwarze Zahlen schreiben soll und eine Videoleinwand anzuschaffen – alles gute Ideen, allerdings zu einem falschen Zeitpunkt. Die Starbulls-Verantwortlichen müssen aufpassen, dass der normale Fan nicht auf der Strecke bleibt und keine Lust mehr auf drittklassiges Eishockey hat. Und vor allem kann eins passieren: Auf der neuen Videoleinwand werden öfter Tore des Gegners als von den Starbulls gezeigt.

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