Passau – War das wichtig für den Fußball-Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim. Die Sechziger haben am Samstag das Auswärtsspiel mit 3:1 beim SV Schalding gewonnen und nach einer starken kämpferischen Leistung drei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gesammelt. Durch den Erfolg kletterte das Team von Trainer Thomas Kasparetti auf Rang 16 und hat das Erreichen der Relegation am letzten Spieltag in der eigenen Hand. Danijel Majdancevic (4./77.) und Luftetar Mushkolaj (90.+2) trafen für die Rosenheimer, denen jedoch auch Schiedsrichter Roman Potemkin (Friesen) entscheidend, wenn auch unfreiwillige Schützenhilfe leistete.
„So etwas habe ich noch nicht gesehen“
Was war passiert? Nach einem langen Ball der Rosenheimer eilte Schaldings Keeper Markus Schöller weit aus seinem Kasten und grätschte die Kugel vor TSV-Angreifer Mushkolaj weg – allerdings traf der Befreiungsschlag genau Schiri Potemkin, der zwar rund 15 Metern entfernt stand, jedoch nicht mehr rechtzeitig ausweichen konnte. Vom Rücken des Unparteiischen sprang der Ball dann genau vor die Füße von Danijel Majdancevic, der freie Bahn zum Tor hatte und nur mehr in den verwaisten Kasten einschieben musste (77.). Es war der Treffer zum 2:1 und damit die Vorentscheidung in diesem hart umkämpften Spiel.
„So etwas habe ich ehrlich gesagt noch nie gesehen. Der Schiedsrichter hat sich hinterher bei uns entschuldigt, es war ja keine Absicht, bei dieser Situation kann er wirklich nichts machen“, sagte Schaldings Trainer Stefan Köck. Andere Szenen dagegen beurteilten Gastgeber und Referee ziemlich unterschiedlich, so auch vor dem Treffer zum 1:3, als Schnabel bei einem Schuss mit gestrecktem Bein attackiert wurde, die Pfeife aber stumm blieb. Weil Keeper Schöller bei diesem Angriff mit nach vorne geeilt war, konnte Rosenheim wieder aufs leere Tor zielen – dieses Mal traf Luftetar Mushkolaj (93.).
Sechziger-Trainer Thomas Kasparetti gab hinterher zu, dass man vor allem beim 2:1 durchaus Glück gehabt hatte. Allerdings: „Vielleicht haben wir dieses Glück auch erzwungen und durch die harte Arbeit in den letzten Wochen auch verdient. Wir haben so viel investiert in dieses Spiel wie noch nie in dieser Saison und sind am Ende belohnt worden. Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft, dass sie sich mit allem gegen die aktuelle Situation stemmt.“ Kasparetti sprach von einem sehr „emotionalen Spiel“ und lobte den enormen Einsatz seiner Jungs. „Das war heute überragend. Auch nach dem 1:1 hat niemand aufgesteckt. Im Gegenteil: Jeder hat gesagt, jetzt erst recht.“
Kasparettis Gegenüber Stefan Köck ärgerte sich hinterher über eine „vermeidbare“ Niederlage. „Wir haben es nach einer Viertelstunde geschafft, den Schalter umzulegen, und haben sehr viel richtig gemacht. Am Ende hat es aber leider nicht gereicht. Das ist schade, vor allem nach dem 1:1 waren wir am Drücker.“
Vor der turbulenten Schlussphase hatten die Zuschauer ein hart umkämpftes Spiel erlebt. Vor allem in der zweiten Halbzeit wurde es oft hitzig, viele Fouls, viele Reklamationen und am Spielfeldrand sogar Tumulte mit Zuschauern, wobei die Ordner recht schnell zur Stelle waren.
Rosenheim erwischte einen perfekten Start und ging bereits in der 4. Minute durch Danijel Majdancevic in Front – dieser schloss einen herrlichen Angriff über Mushkolaj und Mayerl ab. Kurz vor der Pause vergab dann Mushkolaj die dicke Chance zum 2:0. Schalding brauchte etwas, um ins Spiel zu kommen − und den Kampf anzunehmen. Dies gelang dann in Durchgang zwei, als der SVS immer druckvoller agierte und verdient ausglich. Fabian Schnabel köpfte den Ball über die Linie, nachdem Gäste-Keeper Mario Stockenreiter zuvor einen Jünger-Schuss an die Latte gelenkt hatte (71.). In der Folge schien es, als habe Schalding mehr zuzusetzen, einem möglichen Heimsieg stand dann aber nicht zuletzt der Schiedsrichter im Weg…
TSV 1860 Rosenheim: Stockenreiter – Köhler, Räuber, Wallner, Mayerl – Shabani (74. Tobias), Maier – Linner, Einsiedler, Majdancevic (88. Eminoglu) – Mushkolaj (90+2 Krüger).
Tore: 0:1 Majdancevic (4.); 1:1 Schnabel (71.); 1:2 Majdancevic (77.); 1:3 Mushkolaj (90+2).
Schiedrichter: Potemkin (Friesen) – Zuschauer: 463. Gelb: Burmberger, Rockinger, Knochner / Linner, Einsiedler, Köhler, Maier. re