Klassenerhalt – und jetzt?

von Redaktion

Viele Fragen offen beim Landesligisten SB Rosenheim

Rosenheim – Zweimal musste der Fußball-Landesligist SB DJK Rosenheim in den beiden letzten Jahren durch die Mühlen der Relegation – zweimal erfolgreich. Auch in der abgelaufenen Spielzeit roch es stark nach einer Saisonverlängerung, doch mit dem 0:0 in Erlbach und den zeitgleichen Unentschieden der Mitkonkurrenten Traunstein und Pfarrkirchen (wir berichteten) schafften die Rosenheimer den direkten Klassenerhalt. „Davor muss ich meinen Hut ziehen. Das hat sich die Mannschaft zu 100 Prozent verdient. So eine tolle Kameradschaft unter den Spielern, eine mannschaftliche Geschlossenheit und ein unbändiger Wille – das sucht seinesgleichen“, schwärmte Trainer Walter Werner von seiner Mannschaft, die er in der Winterpause übernommen hat. Dass auch er seinen großen Anteil am Aufschwung und damit am Klassenerhalt hat, ist selbstredend. Werner hat den Spielern wieder Selbstvertrauen gegeben, hat an ein paar Stellschrauben gedreht und viele richtige Entscheidungen getroffen. Wie zum Beispiel im letzten Spiel, als er Torwarttrainer Hans Rottmüller reaktivierte und ihn zwischen die Pfosten stellte. „Das war keine Entscheidung gegen den jungen Konstantin Rott, sondern für die Mannschaft. In einer so entscheidenden Partie spielen auch die Nerven eine Rolle und ich wusste, dass Hans viele gefährliche Situationen des Gegners durch seine Anweisungen bereits im Keim erstickt“, erklärte Walter Werner nach dem beschwerlichen Weg zum Klassenerhalt.

Aber wie geht es jetzt weiter beim SBR? Wer wird nächste Saison Trainer, wie kann man die bereits feststehenden Abgänge des Stürmer-Duos Kobl/Barthuber (20 Tore) kompensieren? Ob Walter Werner, der nur bis zur Sommerpause zugesagt hat, die Mannschaft weiter trainiert, ist sehr fraglich. Viermal in der Woche von München nach Rosenheim, das alles neben seiner Arbeit und dazu die Ungewissheit, welches Team ihm zur Verfügung steht, könnten Kriterien sein, die gegen ein weiteres Jahr Rosenheim sprechen. „Eine Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. Die SBR-Verantwortlichen kennen meine Vorstellungen, was den Kader betrifft“, sagt Werner.

Der OVB-Sportredaktion ist bekannt, dass Daniel Kobl kürzertreten will und zu seinem Heimatverein nach Bruckmühl wechselt. Sein Sturmpartner Michael Barthuber wird sicher zum Bayernliga-Aufsteiger Wasserburg gehen, Naoto Ishii, der mittlerweile 40 Jahre ist, wird irgendwann seine Karriere beenden und auch der eine oder andere talentierte Nachwuchsspieler wird von anderen Vereinen umworben. Günter Güttler, Sportlicher Leiter beim SB Rosenheim, zum Thema einer Weiterverpflichtung von Trainer Walter Werner: „Es war schon sehr imponierend, wie Walter Werner gearbeitet hat. Deshalb würden wir natürlich gerne mit ihm verlängern. Das werden wir am Dienstagabend mit ihm besprechen.“ Güttler weiß, dass jeder Trainer seine Vorstellungen hat, was den Kader betrifft, „und wir haben die Philosophie, jungen Spielern die Chance zu geben sich zu entwickeln.“

Dass Kobl und Barthuber den SB Rosenheim verlassen werden, bestätigte Güttler und sagte: „Sie werden ein großes Loch hinterlassen, aber jetzt müssen wir unsere Hausaufgaben machen.“ Und die werden mit der Vertragsverlängerung von Trainer Walter Werner schwer genug. bz

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