„Werden an unserem eigenen Spiel arbeiten“

von Redaktion

1860-Trainer Kasparetti zwischen Gegnersichtung und eigener Trainingsarbeit – Krätschmer-Wechsel: Bekanntgabe zur Unzeit

Rosenheim – Nach Bayreuth ist vor Rain/Lech – oder vor Gebenbach. Die Regionalliga-Fußballer des TSV 1860 Rosenheim wissen zwar, wann sie in der Relegation auf einen Vizemeister der Bayernliga treffen, wer letztlich der Gegner im Kampf um den Klassenerhalt in der höchsten Amateurklasse ist, steht noch nicht fest. Die Zweitliga-Profis des FC Ingolstadt 04 entscheiden mit ihrem Abschneiden in der Relegation, wer den Sechzigern am 30. Mai (Rückspiel in Rosenheim am 2. Juni) gegenübersteht. Beim Ingolstädter Klassenerhalt treffen die Rosenheimer auf den TSV Rain/Lech, bei einem Abstieg der „Schanzer“ auf die DJK Gebenbach. Für 1860-Trainer Thomas Kasparetti ist die Ungewissheit in Sachen Gegner und das Verschieben der Relegationstermine nach hinten keine leichte Aufgabe. Zumal die Euphorie, den Direktabstieg vermieden zu haben, durch die Bekanntgabe des Wechsels von Pius Krätschmer zum Liga-Konkurrenten FC Schweinfurt 05 wieder einen Dämpfer erlitten hat.

Was sagen Ihnen die Namen Fabian Triebel und Niko Becker?

Moment mal. Triebel müsste die Nummer fünf von Rain am Lech, der Kapitän, sein. Und Becker ist doch einer der Stürmer von Gebenbach.

Richtig. Sie haben Ihre Hausaufgaben schon gemacht. Wie kommen Sie an Informationen ran?

Mittlerweile gibt es ja viel Videomaterial. Die Spielvorbereitung hat sich da in den letzten Jahren ja komplett verändert. Wir schauen uns die Videos an und holen uns Informationen ein – und dann werden wir uns auf den jeweiligen Gegner einstellen.

Gibt es schon erste Erkenntnisse?

Beide Mannschaften haben ihre Qualitäten und stehen in der jeweiligen Tabelle auch zu Recht dort oben. Ich werde jetzt nicht ins Detail gehen, zumal wir ja noch am Anfang der Beobachtung sind, aber beide Teams machen einen kompakten Eindruck.

Wie schwierig ist es jetzt, sich auf einen Gegner einzustellen? Es kann sich ja noch alles ändern.

Das ist schon nicht ganz einfach. Wir wissen erst nächsten Dienstag, wohin wir am Donnerstag fahren müssen. Diese Woche werden wir individuell arbeiten, der ein oder andere Spieler ein bisschen mehr regenerieren. Und wir werden an unserem eigenen Spiel arbeiten – diese Zeit werden wir nutzen. Vielleicht ist es auch ganz gut, dass man sich noch nicht mit dem Gegner beschäftigen muss, sondern an sich selbst arbeiten kann.

Sie haben zwei Siege in Folge gefeiert. Befürchten Sie jetzt nicht einen Spannungsabfall aufgrund der Wartezeit?

Dafür sind wir verantwortlich. Es hat alles Vor- und Nachteile. Wir müssen diese Situation akzeptieren. Es ist vom Selbstvertrauen her schon ein Unterschied, dass wir mit zwei Siegen in die Relegation gehen.

Ein Vorteil könnte die längere Wartezeit für Maxi Mayerl sein, der einen Muskelfaserriss auskurieren muss.

Absolut. Unsere medizinische Abteilung arbeitet jeden Tag mit ihm. Wir werden nichts unversucht lassen, dass er in der Relegation wieder zum Kader gehört. Wir werden aber sicher auch kein Risiko eingehen und ihn zu früh wieder auf den Platz schicken.

Die Relegation wird ja mit Hin- und Rückspiel gespielt. Ist das ein Vorteil für den klassenhöheren Verein?

Ich finde es einfach gerechter. In einem Spiel ist immer alles möglich, da entscheiden dann manchmal auch Kleinigkeiten. Wer sich in zwei Spielen durchsetzt, der ist verdientermaßen oben.

Der klassenhöhere Verein hat im Rückspiel Heimrecht – ein Vorteil in Ihren Augen?

Absolut. Denn wenn es dort in der entscheidenden Phase um alles geht, dann fühlt man sich in der gewohnten Umgebung doch etwas wohler.

Dass das Saisonende nun noch etwas nach hinten verschoben wird, ist für die Zukunftsplanungen sicherlich nicht von Vorteil, oder?

Ja, das ist aber bei jeder Mannschaft so, die in der Relegation ist. Viele Spieler entscheiden sich halt erst, wenn die Spielklasse feststeht. Man kann bis dahin lose Gespräche führen, viel mehr aber noch nicht. Es ist gut, dass bei unserem Kader schon viele Spieler ligenunabhängig zugesagt haben. Und ich glaube, dass unser Sportlicher Leiter Hans Kroneck schon extrem viel vorgearbeitet hat.

Wie gehen Sie damit um, dass der Abschied von Pius Krätschmer nach dem Heimsieg über Bayreuth und in der Phase der Relegations-Vorbereitung bekannt gegeben wurde?

Ob der Zeitpunkt optimal war, sei dahingestellt. Es ist aber für uns trotzdem nichts Ungewöhnliches. In der Mannschaft war klar, dass sein Vertrag ausläuft und er einer der begehrtesten Spieler der Liga ist. Er will es noch einmal als Profi versuchen und geht deshalb diesen Schritt. Zwischen Pius, der Mannschaft und dem Verein ist das immer ganz offen abgelaufen. Das wirft uns also nicht aus der Bahn.Interview: Neumeier

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