Nicklheim – Fußballtrainer Robert Spießl und B-Klassen-Meister FC Nicklheim – diese innige Beziehung ist eine besondere. Spießl trainiert die Nicklheimer bereits seit 2005 und ist heuer in seine 14. Saison gegangen. Diese Konstanz auf der Trainerposition wurde mit dem vorzeitigen Aufstieg in die A-Klasse belohnt.
Im Jahr 2005 hat Robert Spießl in einer schwierigen Lage den Trainerposten beim FC Nicklheim übernommen. Vor allem die angespannte Personalsituation führte zum Abstieg aus der A-Klasse. Für Spießl war das aber kein Grund zum Aufgeben: „Man muss einfach weiterarbeiten und immer an sich glauben. Das Ziel war, so schnell wie möglich wieder hochzukommen, doch das war schwierig.“
Nach mehreren Jahren in der B-Klasse folgte dann in der Saison 2011/2012 sogar der Abstieg in die C-Klasse. Doch im nächsten Jahr gelang dem FC Nicklheim der direkte Wiederaufstieg. Zumindest die B-Klasse war wieder erreicht – und Spießl hatte noch lange nicht genug: „Am Ende passt es ja – es liegt dann nicht am Trainer oder an der Mannschaft, sondern an einzelnen unglücklichen Spielen. Ich habe die Mannschaft motiviert und wieder aufgebaut. Dazu kommt, dass der Verein und das Umfeld immer positiv geblieben sind.“ In all den Jahren pflegte Spießl ein freundschaftliches Verhältnis zu seinen Spielern. „Wenn das nicht passt, kann man auch keine 14 Jahre in einem Verein arbeiten.“
Der Trainer bezeichnet sich selbst als bodenständig. Deswegen kam ein Vereinswechsel nie wirklich infrage. „Der FC Nicklheim ist mir unglaublich ans Herz gewachsen. Während andere Vereine ihre Trainer austauschen, habe ich immer das Vertrauen des Vereins gespürt.“ Gab es nie die Möglichkeit zu wechseln? Spießl: „Es gab zwar höherklassige Angebote, aber das hat sich schnell erledigt.“
Nach mehreren Versuchen gelang dann in der aktuellen Spielzeit das große Ziel: die Rückkehr in die A-Klasse, dorthin, wo für Spießl alles begonnen hat. „Ich wollte das unbedingt schaffen. Ich war davor Jugendtrainer und hatte Teile der Mannschaft schon als Kinder trainiert. Somit schließt sich mit diesem Aufstieg für mich ein Kreis.“ Der passende Moment, um das Amt nun abzugeben? Nein, Spießl hat noch etwas vor und lacht: „Ein bisschen A-Klasse will ich auch noch erleben.“
Über die erfolgreiche Saison kann er nur Gutes erzählen. „Die Highlights waren vor allem die Siege gegen die direkten Konkurrenten Prien und Türkspor Rosenheim. Aber was man auch erwähnen muss: Als wir zur Winterpause mit einem Spiel weniger auf dem vierten Platz standen, haben wir uns fünf Wochen vor Trainingsstart von den Spielern aus gemeinsam zum Laufen getroffen. Das war ein tolles Zeichen für die Rückrunde.“
Für die neue Saison hat Spießl bereits die Zielvorgabe im Kopf. „Ich denke, dass wir nächste Saison eine gute Rolle spielen können. Wir wollen so schnell wie möglich die acht, neun Spiele für den Klassenerhalt gewinnen und alles, was dann kommt, ist Zugabe.“ Vielleicht bekommt Nicklheim neue Spieler hinzu, auf der Trainerbank wird es aber keine Veränderung geben. Robert Spießl hat nämlich weiterhin viel Spaß an seiner Arbeit.