Grandiose Vorstellungen

von Redaktion

Werndl-Geschwister in München erfolgreich – Bestmarke für Jessica von Bredow-Werndl

München – Jessica von Bredow-Werndl und ihr Bruder Benjamin Werndl durften sich auf der „Pferd International“ über ganz besondere Erfolgserlebnisse freuen. Zum Abschluss gelangen den Geschwistern aus Aubenhausen in der stark besetzten Grand-Prix-Kür auf Fünf-Sterne-Niveau grandiose Vorstellungen.

Benjamin Werndl setzte die Stärken seines jungen Pferdes Famoso OLD in dessen allererster Kür so selbstbewusst und mutig in Szene, dass man nur staunen konnte. Der zehnjährige Oldenburger Farewell III-Sohn wirkte in der Einlaufprüfung zwar nicht ganz so frisch und konzentriert wie gewohnt, wuchs aber zwei Tage später über sich selbst hinaus. In der Piaffe-Passage-Tour, die mit Höchstschwierigkeiten gespickt war, brillierte der Braune ebenso wie in der Galopp-Tour. Mit 79,785 Prozent verpasste das Paar die magische 80-Prozent-Marke nur knapp. „Famoso hat heute wirklich alles für mich gegeben. Ich bin dankbar, dass ich dieses Pferd reiten darf“.

Die Zuschauer im voll besetzten Dressurstadion applaudierten für Benjamin Werndl und Famoso OLD noch begeistert, als seine Schwester mit der zwölfjährigen Trakehnerstute TSF Dalera BB einritt. Die Geschwister hielten und gaben sich „High Five“. Kurz darauf ertönte die Kürmusik aus dem Film „La La Land“. Beim Einreiten war das Team-Weltmeister-Duo bereits „im Tunnel“. Wie Perlen an einer Kette, so mühelos und fließend reihten sich die Lektionen bei diesem Ritt aneinander, jeder Tritt punktgenau abgestimmt auf die Musik. Es war ein Tanz, bei dem Pferd und Reiterin zu einer Einheit verschmolzen. Schon bei der Schlussaufstellung strahlte die 33-jährige Olympiakader-Reiterin. Immer wieder lobte sie ihr Pferd, während Applaus und Bravo-Rufe sie aus dem Stadion begleiteten. „Das war großes Kino“ oder „Gänsehaut pur“ lauteten Zuschauerkommentare. Die fünf Richter belohnten die Vorstellung mit 85,440 Prozent.

Der neue Bestscore für von Bredow-Werndl und ihre „Dancing Queen“ war zugleich ihr erster Sieg in der Fünf-Sterne-Grand-Prix-Kür von München-Riem. Ihre Kaderkolleginnen Dorothee Schneider mit Showtime FRH (83,310 Prozent) und Isabell Werth mit Emilio (82,210 Prozent) belegten die Plätze zwei und drei, gefolgt von Benjamin Werndl auf dem vierten Rang.

In der Grand-Prix-Tour auf Drei-Sterne-Niveau gewann von Bredow-Werndl mit ihrer niederländischen Son de Niro-Tochter Zaire-E die Einlaufprüfung mit starken 76,152 Prozent. Dicht dahinter mit 75,370 Prozent reihte sich Benjamin Werndl mit dem westfälischen Damon-Hill-Sohn Daily Mirror ein. Im Grand Prix Special konnte das Paar seine Leistung noch einmal toppen und kam mit 76,447 Prozent erneut auf den zweiten Platz, dicht gefolgt von seiner Schwester mit 76,255 Prozent. Der Sieg ging an Dorothee Schneider mit ihrem Weltmeisterschaftspferd Sammy Davis jr.

Die Erfolge der Geschwister kurz vor den deutschen Meisterschaften in Balve/ Sauerland sind wichtig. Vom 13. bis 16. Juni werden sich Jessica von Bredow-Werndl und Benjamin Werndl erneut der starken Konkurrenz aus den eigenen Reihen stellen. Das nationale Championat ist zugleich die erste offizielle Sichtung für die Europameisterschaften in Rotterdam im August. sn

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