16. Schuss entscheidet 200-Minuten-Krimi

von Redaktion

RELEGATION ZUR KREISLIGA Danubius Waldkraiburg steigt nach 9:8 im Elferschießen auf

Obing – Was für ein Krimi! 16 Elfmeter brauchte es, um im Aufstiegsspiel zur Fußball-Kreisliga gestern Abend einen Sieger zu ermitteln – und der heißt SC Danubius Waldkraiburg. Alexandru Petrila traf mit dem 16. Schuss ins Herz des SV Schechen. Mit 7:6 endete das Elfmeterschießen, 2:2 hatte es nach 120 Minuten gestanden. Zweimal führte der Vizemeister der Kreisklasse 2, zweimal traf Raphael Altenweger. Doch die Rumänen aus Waldkraiburg schlugen zweimal zurück.

So mussten die fast 900 Zuschauer in Obing drei Stunden und 20 Minuten ausharren, ehe der Sieger feststand. Denn pünktlich vor dem Elfmeterschießen machte eine Gewitterwalze Fußball für mehr als eine halbe Stunde unmöglich. Dann trafen die ersten zehn Schützen, auch wenn beim letzten Treffer von Radu Luca der glänzende Schechener Torwart Johannes Baumann die Finger noch dran hatte. Dann die erste Schrecksekunde für den SVS: Danubius-Keeper Alexandru Fekete hielt gegen Felix Altmöder – doch Gheorghe Boltasu setzte seinen Elfmeter links neben das Tor. Dieses „Kunststück“ gelang auch Stefan Lechner, der als achter Schechener an der Reihe war. Petrila ließ sich diese zweite Siegchance nicht mehr nehmen.

Es war erst der zweite Torschuss des Spiels, mit dem die Schechener Elf nach sieben Minuten in Führung ging. Fekete klatschte die Flanke von Sebastian Cleß nur ab, Altenweger stand am kurzen Pfosten und nickte ein. Auch das 1:1 (16.) war ein Kopfball: Flavius Cuedan schlug eine Ecke an den langen Pfosten, wo Paul Luca einköpfte.

Das Spiel zog seinen Reiz aus den unterschiedlichen Spielstilen der beiden Mannschaften. Hier die Schechener, die auf schnelle Vorstöße setzten, dort die Waldkraiburger, die technisch beschlagener waren, aber richtig gefährlich nur bei Standardsituationen waren. Ein Freistoß brachte aber auch das 2:1 (59.) für den SVS: Altenweger legte sich den Ball 20 Meter vor dem Tor zurecht und überraschte mit seinem – von der Mauer noch abgefälschten – Schuss den Waldkraiburger Torhüter. Beim 2:2 zehn Minuten später zeigte Torjäger Codrin Peii seine ganze Klasse. Als Krönung einer gelungenen Passkombination ließ er zwei Schechener Verteidiger aussteigen und schob den Ball ins lange Eck.

Unmittelbar danach zog der SVS seinen letzten Trumpf, brachte den angeschlagenen Torjäger Stefan Kapsner und suchte die Entscheidung. Die beste Chance zum 3:2 aber hatte Josef Wittmann drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit: Sein Kopfball tänzelte die Latte entlang. In der Verlängerung zeichnete sich SVS-Keeper Baumann mehrfach aus. Auf der anderen Seite rettete Boltasu auf der Linie, als Kapsner seinem Torhüter den Ball abluchste und abzog. Dann kam das große Gewitter – und Schechen vom Regen in die Traufe.ah

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