Nachspielzeit-Elfer entscheidet Derby

von Redaktion

RELEGATION ZUR KREISLIGA Söllhuben dreht den Spieß um und schickt Riedering runter

Rohrdorf – Diesmal hat der SV Söllhuben den Spieß umgedreht: Waren es vor zwei Jahren in Prutting noch die Mannen vom SV Riedering, die in der Relegation mit einem Sieg im Derby den Aufstieg in die Kreisliga fixiert und den Gemeindenachbarn in die Kreisklasse geschickt haben, so feierte diesmal in Rohrdorf der SVS die Rückkehr ins Oberhaus des Fußball-Kreises, während die Riederinger nun eine Klasse tiefer spielen. Mit 1:0 gewann Söllhuben vor der imposanten Kulisse von 1300 Zuschauern, der Siegtreffer fiel in der Nachspielzeit durch einen verwandelten Foulelfmeter von SVS-Kapitän Dominik Spanovic.

Die Szene in der 91. Minute sorgte für Diskussionen im Rund der Sportanlage Turner Hölzl. Söllhubens Spielertrainer Matthias Linnemann ging auf rechts mit den letzten Kraftreserven noch einmal steil, seine Flanke ging über den zweiten Pfosten hinaus, wo die Riederinger nach einem Kopfballduell einen Foulpfiff forderten. Der Ball flog indes in die Mitte, wo Hannes Schaal im folgenden Zweikampf gefoult wurde – Elfmeter! Schiri Peter Reitmeier rückversicherte sich nach dem Pfiff noch einmal bei seinem Assistenten, ehe Spanovic antrat und Riederings Keeper Peter Schauer bezwang.

Das mit Spannung erwartete Gemeindederby enttäuschte diejenigen, die auf einen rassigen Fight gehofft hatten. Für spielerische Fertigkeiten war sowieso zuviel Nervosität mit dabei. Also gab es die meiste Gefahr nach Standardsituationen. Einen Freistoß von Linnemann köpfte Simon Hilger an den Pfosten, einen weiteren ruhenden Ball des Söllhubener Spielertrainers meisterte Schauer, der schnell nach unten ins Eck abtauchte. Bei einem Drehschuss von Hilger war zunächst ein Riederinger im Weg, den gut platzierten Nachschuss von Spanovic fälschte ein weiterer SVR-Abwehrspieler zur Ecke ab.

Auf der anderen Seite machte Söllhuben-Keeper Florian Steiner einen Fehler wieder wett, als er den Nachschuss von Riederings Julian Wilhelm meisterte. Glück hatte Söllhuben, als ein Eckball der Riederinger an die Latte klatschte. Und als Steiner einen Freistoß von Michael Hanisch abprallen ließ, köpfte Simon Perr nach – aber da hatte der SVS-Tormann die Situation schon wieder im Griff.

„Wenn man sich das Spiel und die wenigen gefährlichen Szenen anschaut, dann war klar, dass eine Standardsituation entscheidet“, meinte Söllhubens Spielertrainer Linnemann nach der Begegnung, „bitter, dass es dann ein Elfmeter ist“. In der Tat waren die Riederinger verbittert, das – aus SVR-Sicht nicht geahndete – Foulspiel vor der Elfmeterszene war der Grund: „Ich muss das erst einmal sacken lassen“, war Coach Karl-Heinz Köstler zunächst sprachlos. Sein Gegenüber war abgekämpft, stand lange Zeit abseits, während es auf dem Platz noch einige Wortgefechte gab und die Söllhubener Feierlichkeiten erst langsam in Gang kamen: „Ich bin mit der Familie früher aus dem Urlaub heimgefahren. Das hat sich wenigstens rentiert“, so Söllhubens Aktivcoach. Spät, aber doch.tn

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