Rosenheim – Die Relegationsspiele im Fußball-Kreis Inn/Salzach bleiben ein Zuschauermagnet. Knapp 8600 Fans sahen in diesem Jahr die 13 Spiele um die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Bezirksliga, um Aufstieg und Klassenerhalt in den Kreisligen und den Kreisklassen – ein Schnitt von 661 zahlenden Zuschauern. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es 8200 Zuschauer – bei 17 Spielen. „Das sind echte Festtage des Fußballs“, sagte die Kreisvorsitzende Carmen-Jutta Gardill (Seeon), die die Organisation interimistisch übernommen hatte. „In einer Umfrage des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) haben wir bayernweit mit die besten Noten für den Modus und die Abwicklung bekommen.“ Das heißt unter anderem: Spiele auf neutralem Platz – und nach einer Woche können alle in die Sommerpause.
Den Rekordbesuch feierte man beim Lokalderby zwischen Söllhuben und Riedering, das sich 1300 Fans nicht entgehen lassen wollten, das zweite entscheidende Spiel um einen Platz in der Kreisliga in Obing zwischen Schechen und Danubius Waldkraiburg sahen fast 900 Fußballbegeisterte. Dabei hatten die Waldkraiburger in der ersten Runde gegen den SBC Traunstein II noch den Minusrekord (320 Zuseher) verzeichnet. Beim Duell um den Bezirksliga-Aufstieg zwischen Emmering und Waging schauten in Hin- und Rückspiel zusammen fast 1400 zu.
Sportlich war bemerkenswert, dass alle vier Kreisligisten in der Relegation die Segel streichen mussten – das gab es zuletzt vor genau zehn Jahren. Und in fast allen Spielen war es wenigstens spannend. Nur zwei von 13 Partien endeten mit mehr als einem Tor Differenz, dreimal ging es ins Elfmeterschießen. Danubius gewann seine beiden Spiele vom Punkt.
Besonders angetan war Gardill von der Fairness auf und neben dem Rasen: „In Seeon haben Aschauer und Kirchweidacher nach dem Relegationsspiel gemeinsam gefeiert, obwohl nur einer von beiden aufsteigen konnte. So soll es im Amateurfußball sein.“ In Garching war es mit Burgkirchener und Grünthaler Spielern ähnlich.
Nur ein Wermutstropfen fiel in die ausgelassene Stimmung. In Eiselfing brannten Waldhauser „Fans“ gleich dreimal Pyrotechnik in lichtblauen Vereinsfarben ab, noch bevor die Niederlage und der verpasste Aufstieg feststanden – und leisteten dem A-Klassisten damit einen Bärendienst. 500 Euro Strafe brummte das Kreissportgericht unter Stephan Bierschneider (Altenmarkt) dem SVW dafür auf. Damit dürfte die Hälfte der Nettoeinnahmen aus dem Relegationsspiel wieder weg sein.ah