Weltrekord durch Jana Wittenbrock

von Redaktion

Fantastische Leistungen der weltbesten Wasserskifahrer am Hödenauer See

Kiefersfelden – Bei Temperaturen von 35 Grad und Bedingungen wie aus dem Bilderbuch fand am Hödenauer See ein Wasserski-Weltcup statt (wir berichteten). Beim durch den Wasserskiclub Kiefersfelden-Rosenheim ausgerichteten Wettbewerb war die komplette Weltelite vertreten und kämpfte um Preisgelder von insgesamt 20000 Euro.

Verbunden mit dem 50. Jubiläum fand auch ein Legendenrennen statt, bei dem aus Kiefersfeldener Sicht viele Altmeister mit am Start waren. Axel Müller, der Europameister aus dem Jahre 1985, ließ es sich wie die beiden Ex-Vorstände Erich Bauer und Arnulf Lüers nicht nehmen mit museumsreifen Holzskiern um die Bojen zu fahren. Der 81-jährige Dr. Günther Ludwig war dabei ältester Teilnehmer.

Gleich in der ersten Kategorie Slalom Damen ging es dann ans Eingemachte. Schon bei der Vorstellung der Läuferinnen war klar, dass alle top motiviert sind und versuchen werden Jana Wittenbrock an ihrer Heimanlage zu besiegen. Allerdings merkte man schon, dass die Anlage in Kiefersfelden schwer zu fahren ist, und so kam es, dass am elf Meter kurzen Seil nur noch vier Damen dabei waren. Irina Turets, die elffache Weltmeisterin, und Karin Borikova aus der Slowakei legten jeweils eine Boje vor, während Jana Meier kontern konnte und sich mit zwei Bojen an dieser Leine den zweiten Platz sichern konnte.

Völlig unbeeindruckt von der Kulisse und den Bedingungen durchfuhr die 30-jährige Jana Wittenbrock die Elf-Meter-Leine und man hatte bereits hier das Gefühl, dass es ein ganz großer Moment ihrer sportlichen Laufbahn werden könnte. Die 10,75 Meter kurze Leine hatte sie zuvor im Wettkampf erst einmal durchfahren. An diesem Tag fuhr sie fast wie auf Schienen. „Ich habe mich über vier Monate auf diesen Moment körperlich und mental vorbereitet. Ich wusste, dass dieser Weltrekord für mich möglich ist. Der alte Weltrekord war zwei Bojen. Ich habe alles, was in mir steckte gegeben und bin total happy über diesen Weltrekord an der eigenen Anlage in Kiefersfelden“, so Wittenbrock.

Weltklasseleistung von Aviv Levy

Im Slalom der Herren waren noch fünf Läufer dabei, als die Leine auf 10,75 Meter verkürzt wurde. Etwas überraschend schieden hier die beiden Ex-Weltmeister Simon Herrmann und Nadav Ativ aus, sodass Christian Weiland vom einheimischen WSC es mit zwei Israelis zu tun bekam, als es um die Platzierungen auf dem Podium ging. Der 27-jährige Kfz-Ingenieur legte mit 4,5 Bojen eine persönliche Bestleistung aufs Parkett und konnte somit Or Shinuk aus Israel auf Platz drei verweisen. An diesem Tag nicht zu schlagen allerdings war der Israeli Aviv Levy, der zum wiederholten Male eine Weltklasseleistung aufs Wasser zauberte. Er gewann mit einer fabelhaften Leistung von 4,5 Bojen am 9,75 Meter kurzen Seil.

Am Sonntag ging es dann beim „Wake of Thrones“ für die Wakeboarder um alles. Hier gewann Valentin Hübel vor den beiden Kiefersfeldenern Liam Pilgram und Nadine Härtinger. Bei einem Mixed-Modus für Damen und Herren begeisterten die Boarder das zahlreiche Publikum mit ihren Sprüngen, Grabs und Moves über die Obstacles.

Am Nachmittag zeigte dann Irina Turets, dass man an der Kiefersfeldener Schanze sehr viel erreichen kann. Mit einem fantastischen Satz über exakt 50 Meter verpasste sie den Weltrekord nur um 40 Zentimeter und dominierte das Damenfeld klar und deutlich. Neben ihr standen erneut Karin Borikova und Jana Meier auf dem Siegertreppchen.

Beim Springen der Herren kam es dann zu einer Flugshow der Extraklasse. Die circa 2000 Zuschauer am See erlebten zum Ende der Veranstaltung noch einmal eine emotionale Achterbahnfahrt. Flüge über 60 Meter waren praktisch an der Tagesordnung.

Während Alexander Vasko gleich im ersten Versuch die Konkurrenz mit einem weiten Flug schockte, machte das der Kiefersfeldener Weitenjäger Daniel Maltzahn auf seine Weise. Er schleuderte extrem hart an und wollte es dem slowakischen Ex-Weltrekordhalter gleichtun. Seine Position vor der Schanze war allerdings nicht ideal, sodass Maltzahn mit einer gestreckten Rückwärtsrolle nach circa 40 Metern hart aufs Wasser prallte. Die Zuschauer waren kurz geschockt. Maltzahn schüttelte sich und gab dann das Zeichen, dass keine schwereren Verletzungen entstanden sind. An weitere Sprünge für ihn war aber nicht zu denken.

Mit einem Riesensatz über 63,50 Meter sicherte sich dann Artsiom Marozau die Siegerprämie vor Kamil Borysewicz aus Polen (63,20 Meter) und Nikita Papakul aus Weissrussland, der mit 63,10 auch noch über 63 Meter weit flog.

„Die Zuschauer und Organisatoren waren mit einer fantastischen Veranstaltung komplett zufrieden“, so WSC-Vorstand Thomas Bauer. „Jetzt widmen wir uns wieder kleineren Aufgaben und fahren mit unserem Jugendteam nach Augsburg zur bayerischen Meisterschaft“. re

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