Pilotversuch: Drei Schiris in der Kreisliga

von Redaktion

Kreisliga-Vereine sprechen sich für Gespann-Regelung aus – C-Klassen werden nicht mehr besetzt – Eröffnungsspiel in Siegsdorf

Höslwang – Die Kreisliga-Spiele im Fußball-Kreis Inn/Salzach werden in der neuen Saison von einem Schiedsrichter und zwei Assistenten geleitet. Mit 27:2 Stimmen sprachen sich die Kreisliga-Vereine für diesen Pilotversuch mit den Schiedsrichter-Gespannen aus, wie sie von der Bezirksliga aufwärts längst Standard sind. Der Preis dafür: Die C-Klassen werden nicht mehr mit neutralen Unparteiischen besetzt, die Heimvereine müssen den Schiedsrichter selbst stellen. Kreisschiedsrichter-Obmann Sepp Kurzmeier (Ramerberg) warb für die Gespanne. Er hofft, dass junge Schiedsrichter eher am Ball bleiben, wenn sie zunächst einen erfahrenen Kreisliga-Referee an der Linie begleiten. Denn viele werfen schon nach kurzer Zeit wieder die Brocken hin. „Ich schicke keinen jungen Schiri mehr zu einem C-Klassen-Spiel – den kann ich dann gleich wieder von der Liste streichen“, sagte Kurzmeier. Um alle Spiele zu leiten, ist die Decke an Schiedsrichtern im Kreis dann zu kurz. Die 500 Unparteiischen pfeifen pro Jahr 13 000 Spiele. Besonders alarmierend für den Obmann: Von rund 220 Vereinen stellen 40 Prozent keinen einzigen Schiedsrichter, sogar unter den 29 Kreisligisten sind es acht. Gut ein Drittel der Schiris sind über 50 Jahre alt, „die meisten davon schon eher 60“, so Kurzmeier.

In der Spitze steht der Kreis Inn/Salzach aber glänzend da. Michael Bacher (Amerang) pfeift in der 2. Bundesliga und wird als Video-Assistent im „Kölner Keller“ in der Bundesliga eingesetzt. In zwei oder drei Jahren könnte er in der 1. Liga auch als Schiedsrichter selbst auf dem Platz stehen, hofft Kurzmeier. Zudem stellen die Gruppen Inn, Chiem und Ruperti zwei Regionalliga-, vier Bayernliga-, fünf Landesliga- und 14 Bezirksliga-Schiedsrichter. Michael Hochrinner (Grünthal) und Tobias Spindler (Ostermünchen) sind in die Bayernliga aufgestiegen, Benedikt Jany (Bernau), Felix Otter (Reichertsheim) und Patrick Schönherr (Piding) in die Landesliga.

Für das Kreissportgericht zeigte sich Hans Sickinger (Trostberg) zufrieden. Die abgeurteilten Fälle lagen 2018/19 knapp unter dem Niveau des Vorjahres, die Hälfte davon machen die 269 Platzverweise aus. Angriffe auf die Schiedsrichter seien stark zurückgegangen, dagegen häufen sich die Anzeigen wegen unberechtigt eingesetzter Spieler.

Auch die 100 Spielausfälle pro Saison landen beim Sportgericht, die meisten davon entfallen auf die C-Klassen. Damit diese Zahl sinkt, gilt dort 2019/20 das „Flex“-Modell. Wer absehbar zu wenig Spieler zur Verfügung hat, kann 48 Stunden vor Anpfiff bestimmen, dass mit „Neun gegen Neun“ gespielt wird. Der einzige Preis dafür: Wer einmal diesen „Joker“ zieht, kann nicht mehr aufsteigen.

„Ich bin der Neue“, stellte sich Kreisspielleiter Hans Mayer (Petting) vor und bedankte sich bei der Kreisvorsitzenden Carmen-Jutta Gardill (Pittenhart), die nach dem Rücktritt von Thomas Langner ein halbes Jahr die Doppelbelastung mit dem Spielbetrieb auf sich genommen hatte. Mayer bat um Geduld mit der fast komplett neuen Spielleiter-Mannschaft. „Wir sind nicht perfekt.“

Die Spielpläne zu erstellen und dabei „eine Flut von Terminwünschen“ zu erfüllen, war Mayers erste große Aufgabe. Um ein Spiel am Freitagabend anzusetzen, brauchen die Vereine auch in der neuen Kreisliga-Saison nicht die Zustimmung des Gegners. Am Freitag, 26. Juli, beginnt die Spielzeit mit dem Eröffnungsspiel zwischen dem TSV Siegsdorf und dem Bezirksliga-Absteiger SG Schönau. In der Kreisliga 1, die wie alle anderen Ligen im Kreis erst zwei Wochen später startet, steht zum Auftakt das Derby zwischen dem ASV Au und TuS Bad Aibling im Mittelpunkt. Die ersten Termine:

Kreisliga 1

1. Spieltag (10. August): ASV Au – TuS Bad Aibling, SV Vogtareuth – FC Grünthal, SV Söllhuben – SV Westerndorf, SV Pang – TSV Emmering, SV Ostermünchen – SV-DJK Kolbermoor, TuS Prien – ASV Großholzhausen, Danubius Waldkraiburg – TuS Raubling.

2. Spieltag (16. bis 18. August): Westerndorf – Ostermünchen, Bad Aibling – Danubius Waldkraiburg (beide Fr.), Raubling – Grünthal, Vogtareuth – Söllhuben, Kolbermoor – Prien (alle Sa.), Emmering – Au, Großholzhausen – Pang (beide So.).

3. Spieltag (24./25. August): Raubling – Vogtareuth, Au – Großholzhausen, Pang – Kolbermoor, Ostermünchen – Söllhuben, Prien – Westerndorf, Danubius Waldkraiburg – Emmering (alle Sa.), Grünthal – Bad Aibling (So.).

Kreisliga 2

1. Spieltag (26./27. Juli): TSV Siegsdorf – SG Schönau (Fr., 18.30 Uhr), SV Mehring – SC Inzell, SV Kay – SG Tüßling/Teising, FC Töging II – TSV Waging, TSV Peterskirchen – BSC Surheim (alle Sa.), FC Hammerau – ASV Piding, TSV Altenmarkt – TuS Traunreut (werden verlegt).

2. Spieltag (3./4. August): Traunreut – Peterskirchen, Inzell – Altenmarkt, Tüßling/Teising – Mehring, Piding – Kay, Schönau – Hammerau, Töging II – Siegsdorf (alle Sa.), Reischach – Waging (So.).

3. Spieltag (9. bis 11. August): Hammerau – Siegsdorf, Altenmarkt – Tüßling/Teising (beide Fr.), Mehring – Piding, Waging – Surheim, Kay – Schönau, Peterskirchen – Inzell (alle Sa.), Reischach – Töging II (So.).ah

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