1860 bejubelt Derbysieg zum Auftakt

von Redaktion

FUSSBALL-REGIONALLIGA 4:2-Erfolg für verjüngtes Rosenheimer Team über Burghausen

Rosenheim – Großer Jubel beim TSV 1860 Rosenheim, Enttäuschung pur beim SV Wacker Burghausen – das Inn/Salzach-Duell in der Fußball-Regionalliga Bayern hat zum Auftakt für Überraschungen gesorgt. Die Sechziger mit ihrem verjüngten Team behielten vor über 1000 Zuschauern mit 4:2 die Oberhand über das hoch gehandelte Team von der Salzach.

Nicht nur das Ergebnis war überraschend, auch die Torhüter-Auswahl auf beiden Seiten hatte für Gesprächsstoff gesorgt. Bei den Sechzigern gab Trainer Thomas Kasparetti zum zweiten Mal nach einer Vorbereitung dem jüngeren Marius Herzig den Vorzug, bei Burghausen hatte Coach Wolfgang Schellenberg auf Jugendspieler Ludwig Zech gesetzt, der erst im Sommer von 1860 München kam. Für Gesprächsstoff ist nach den Leistungen von gestern auch weiter gesorgt, denn während Herzig bei fast allen hohen Bällen für Schnappatmung unter den Rosenheimer Zuschauern sorgte, musste sich Zech bei seinem Punktspiel-Debüt im Herrenbereich die ersten beiden 1860-Treffer ankreiden lassen. Fazit: Der Platz im Tor ist bei beiden Vereinen weiterhin völlig offen.

Die Derby-Helden spielten im roten Trikot davor: Christoph Wallner, der die Kapitänsbinde bei den Rosenheimern trug, dirigierte nicht nur die Defensivreihe, sondern krönte seinen Vorwärtsdrang mit zwei Treffern, Linor Shabani und Moritz Moser in der Mittelfeldzentrale der Sechziger verrichteten mächtig Arbeit, gingen viele Zweikämpfe und hatten auch im Vorfeld von zwei Toren (Shabani) die Füße mit im Spiel beziehungsweise erzielten ein Tor selbst (Moser).

Der frühere Burghauser war nach einer knappen halben Stunde nach einer Freistoßflanke mit dem Kopf eher am Ball als Zech mit den Fäusten und traf zum 1:0. „Er hat sich gegen seinen Ex-Verein besonders viel vorgenommen. Dass das dann so aufgeht, mit seiner zentralen Rolle, dem Tor und einer richtig guten Zweikampfquote, ist natürlich überragend“, lobte Kasparetti, der auch die beiden von Unterhaching gekommenen Youngster Alexis Fambo und Laurin Demolli von Beginn an brachte. „Alexis hat in der Abwehrkette gleich so gespielt, als ob er schon immer dagewesen wäre, Laurin hat gegen körperlich starke Burghauser die Bälle vorne gut behauptet“, meinte Kasparetti, der auch Sebastian Hölzl noch ins Spiel brachte – dieser legte gewitzt das 4:1 für Danijel Majdancevic auf. Dazwischen hatte Christoph Wallner zweimal zugeschlagen und den Grundstein zum Sieg gelegt. Beim 2:0 ließ sich Zech von seinem Kopfballaufsetzer überrumpeln, das 3:0 erzielte Wallner aus kurzer Distanz, als eine Hereingabe verlängert wurde – die Wacker-Abwehr war dabei auch nicht im Bilde, was Schellenberg so kommentierte: „Mit der Abwehrleistung kann ich bei vier Gegentreffern nicht zufrieden sein.“ Da machte sich das Fehlen der verletzten Lukas Aigner und Kevin Hingerl bemerkbar.

Die Burghauser zeigten die bessere Spielanlage, das Sturmduo Bosnjak/Ammari kam aber kaum zur Geltung. Etwas Glück hatten die Rosenheimer, als Ammari beim Stand von 1:0 im Rosenheimer Strafraum zu Boden ging, der mögliche Elfmeterpfiff aber ausblieb – auch, weil der Wacker-Stürmer teils auf dem glitschigen Rasen weggerutscht war. Noch mehr Glück war nach dem Wechsel vorhanden, als der Ex-Rosenheimer Andrija Bosnjak zweimal an die Querlatte köpfte. Mit der Einwechslung von Julien Richter und Christoph Maier war Burghausen deutlich zielstrebiger. Mehr als die Tore von Richter per Flachschuss ins Eck und Muhammed Subasic in der Schlussphase, der nach einem Gassenpass frei vor Herzig aufkreuzte, kamen aber nicht zustande und taten den Rosenheimern auch nicht weh: „Wir haben viele Tore gesehen, weil wir auch so spielen wollen – jung, wild und mutig. Da kann es dann auch sein, dass es Gegentore gibt, das lässt sich bei der Qualität der Gegner auch nicht immer verhindern“, sagte Kasparetti, der aber sehr zufrieden war, dass „die Mannschaft unsere Vorstellungen so schnell schon umgesetzt hat“.

TSV 1860 Rosenheim: Herzig, Lenz, Wallner, Fambo, Köhler (ab 79. Neumeier), Moser, Shabani (ab 89. Tobias), Mayerl, Linner, Majdancevic, Demolli (ab 71. Hölzl).

SV Wacker Burghausen: Zech, Schulz, Mankowski, Buchner, Nicklas (ab 73. Mazagg), Stingl (ab 46. Maier), Scheidl, Subasic, Bachschmid (ab 46. Richter), Bosnjak, Ammari.

Schiedsrichter: Böhm (Wolfratshausen).

Zuschauer: 1006.

Tore: 1:0 Moser (28.), 2:0 Wallner (43.), 3:0 Wallner (49.), 3:1 Richter (61.), 4:1 Majdancevic (88.), 4:2 Subasic (90.).

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