Rosenheim – Zweites Heimspiel, zweiter Sieg – für den TSV 1860 Rosenheim läuft die Fußball-Regionalliga Bayern in dieser Saison vor heimischer Kulisse optimal an. Nach dem 1:0 über Aufsteiger TSV Rain/Lech haben die Sechziger sechs Punkte auf dem Konto und dürfen damit zufrieden sein. Wäre in Augsburg noch ein Punkt herausgesprungen und nicht in der 90. Minute noch der Gegentreffer gefallen, so dürfte die Kasparetti-Truppe von einem sehr guten Start sprechen.
„Was letztlich bleibt, sind die drei Punkte. Wenn ich das vor dem Spiel unterzeichnen hätte können, dann hätte ich das sofort gemacht – egal wie“, meinte Trainer Thomas Kasparetti nach der Partie, die nicht nur ihm viele Nerven gekostet haben dürfte. Nicht umsonst sagte er: „Es gab sicherlich mehr als einen emotionalen Moment in diesem Spiel.“
Wobei: Im ersten Durchgang lief eigentlich alles nach Plan für die Sechziger, bei denen Yanick Tobias für den gesperrten Linor Shabani ran durfte. Die Hausherren hatten etwas mehr vom Spiel, die Führung aus der 16. Minute war deshalb auch verdient. Der Treffer fiel nach einer „M-Kombination“: Mayerl spielte auf Majdancevic, dessen Lochpass nahm Mushkolaj auf, legte sich die Kugel noch an einem Verteidiger vorbei und beförderte das Spielgerät mit Effet und Übersicht ins lange Eck.
Wesentlich unsanfter wurde wenig später Danijel Majdancevic von Rains Kapitän Fabian Triebel auf den Rasen befördert. Die Beinschere nahe der Seitenlinie auf Höhe der Mittelauflage wurde zurecht vom Schiedsrichter mit der roten Karte geahndet. Mit einem Mann mehr waren die jungen Sechziger gefordert – und erfüllten diese Aufgabe bis zur Halbzeitpause gut: „Wir haben das Spiel auseinandergezogen und waren sehr geduldig im Ballbesitz. Leider haben wir es da verpasst, noch einmal zuzuschlagen.“ Der fleißige Laurin Demolli und Korbinian Linner scheiterten bei einer Doppelchance mit dem Pausenpfiff.
Nach dem Wechsel kam dann der Bruch: Die Pause hatte dem Rosenheimer Spiel nicht gut getan. Die Sechziger agierten nun viel zu hektisch, leisteten sich Ballverluste und luden den dezimierten Gegner vor allem zu Standardsituationen ein, die erahnen ließen, dass es noch spannend werden könnte. „Rain hat einen Tempowechsel gemacht, die Höhe verändert und uns hoch angespresst – da waren wir kurz mal verunsichert“, stellte der Sechziger-Coach fest. Ein Freistoß des starken Johannes Müller landete auf der Rosenheimer Querlatte.
Dass die Gäste aber irgendwann die Abwehr öffnen mussten, gab den Rothosen-Stürmern Räume. Allerdings übertrafen sich Luftetar Mushkolaj und Majdancevic im Auslassen bester Kontergelegenheiten. Immer wieder scheiterten sie am bärenstarken Ex-Rosenheimer Kevin Maschke im Rainer Gehäuse.
Die entscheidende Parade des Spiels gab‘s dann aber auf der anderen Seite durch Marius Herzig: Der Sechziger-Schlussmann machte sich in der fünften Minute der Nachspielzeit breit, als Rains Dominic Robinson frei vor ihm auftauchte und lenkte die Kugel zur Ecke. „Das war überragend“, lobte Kasparetti seinen Torhüter, „er hat uns den Dreier festgehalten“.
TSV 1860 Rosenheim: Herzig, Wallner, Lenz, Moser, Fambo, Mayerl (ab 69. Köhler), Tobias (ab 79. Albrich), Demolli (ab 61. Neumeier), Mushkolaj, Linner, Majdancevic.
Schiedsrichter: Berg (Landshut).
Zuschauer: 430.
Tor: 1:0 Mushkolaj (16.).
Besonderheit: Rote Karte für Rains Triebel wegen groben Foulspiels (27.).