Rosenheim – Er gehört zu den guten Seelen des TSV 1860 Rosenheim: Stefan Kotisch. Der Torwarttrainer der Innstädter hat permanent ein Lächeln auf den Lippen und arbeitet mit Akribie sowie Leidenschaft an der Weiterentwicklung junger Torhüter. Derzeit hat er jedoch nicht gerade die leichteste Aufgabe zu lösen. Die Sechziger verfügen nämlich mit Mario Stockenreiter und Marius Herzig über zwei talentierte, junge Torhüter.
Wie schwer fiel es, einen derart engen Torhüterkampf zu entscheiden?
Wir haben definitiv zwei gleichstarke Torhüter, die sich nichts schenken. Beide gehen jedoch immer fair und freundschaftlich miteinander um. Letztlich haben Nuancen den Ausschlag gegeben. Marius Herzig hat in der Strafraumbeherrschung minimale Vorteile. Da wir in der kompletten Abwehrreihe ohne den verletzten Matthias Heiß nicht mit körperlicher Größe gesegnet sind und uns Marius diesbezüglich etwas mehr Sicherheit gibt, haben wir uns letztlich für ihn entschieden. Dies war jedoch nicht allein mein Beschluss – zusammen mit dem Trainerteam sind wir zu dieser Entscheidung gekommen. Auch wenn sie äußerst schwer zu treffen war.
Jeder Feldspieler würde wohl in diesem Fall auf einer anderen Position eingesetzt werden. Wie undankbar ist das Torwartspiel?
Es ist nicht direkt undankbar – eher sehr fordernd. Als Keeper musst du 90 Minuten außerordentlich konzentriert sein. Es gibt Spiele, da bist du nahezu beschäftigungslos, musst dann jedoch in der 90. Minute mit einer Glanztat den Sieg retten. Torhüter zu sein ist definitiv nichts für schwache Nerven. Fehler, die häufig auch gleichzeitig Gegentore sind, müssen sofort abgehakt werden und der Blick nach vorne gerichtet werden. Das ist natürlich vor allem für junge Spieler kein leichtes Unterfangen.
Jetzt geht es zum FV Illertissen. Was erhoffen Sie sich in dieser Partie?
Grundsätzlich wünsche ich mir, mit etwas Zählbarem die Heimreise antreten zu können. Wir haben momentan eine außergewöhnlich gute Moral und einen starken Teamspirit innerhalb der Mannschaft. Persönlich wünsche ich mir, dass – egal welcher unserer Torhüter letztlich im Tor steht – die Keeper weiterhin so überzeugende Leistungen zeigen.Interview: Pointvogel