Pokal in weiter Ferne

von Redaktion

1860 Rosenheim am Mittwoch nach Selb

Rosenheim – Der Fußball-Regionalligist TSV 1860 Rosenheim muss am Mittwoch im Toto-Pokal gegen die Kickers Selb ran und dafür weiter als gewöhnlich reisen. Eine Neuerung in den Pokalregularien führt dazu, dass die Vereine schon von der ersten Runde an in ganz Bayern gefordert sein können. Über dieses Thema haben die OVB-Sportredaktion mit 1860-Abteilungsleiter Franz Höhensteiger gesprochen.

Wie finden Sie denn die Neuregelung und dass für Sie so eine weite Fahrt ansteht?

Wir kannten die Turnierbedingungen und wussten, dass das passieren könnte. Leider haben wir kein besonderes Losglück gehabt und müssen jetzt unter der Woche fast 400 Kilometer ins Fichtelgebirge fahren. Man sollte eine Regelung finden, wie die Amateurvereine, die am Pokal teilnehmen, zumindest in den ersten Runden ihre Auswärtsspiele an den Wochenenden haben. Für Profivereine lässt sich das machen, aber wir haben es da schon schwer, unsere Spieler sind ja auch berufstätig.

Gibt es bei Ihnen deshalb Ausfälle? Wie lösen Sie die schwierige Situation?

Abfahrt ist am Mittwochmittag, so um 11.30 Uhr und heim kommen wir irgendwann Donnerstagnacht so gegen 2.30 Uhr, das ist schon eine Herausforderung. Das Problem dabei ist einfach, dass das Ganze unter der Woche stattfindet. In der Liga müssen wir auch mal weiter fahren, das kennen wir schon. Wir haben dann Catering für die Spieler dabei, unterwegs wird Pause gemacht und es gibt Nudeln, beim Heimfahren eine Brotzeit. Ob uns deswegen Spieler fehlen werden, steht noch nicht fest. Wir wollen in unserer Bestbesetzung auflaufen. Der Pokal ist ein attraktiver Wettbewerb und ist uns sehr wichtig. Wir wollen weit kommen und hoffen in den nächsten Runden auf ein schönes Los wie 1860 München. Das wünscht sich – glaube ich – jeder Amateurverein.

Entstehen Ihnen durch so ein Spiel Nachteile für die Begegnung mit dem Tabellenführer am kommenden Wochenende?

Da haben wir sowieso eine große Aufgabe vor uns und die wird dadurch natürlich nicht leichter. Der 1. FC Nürnberg II ist nicht im Pokal dabei und wird deswegen ausgeruhter sein als wir. So eine Belastung steckt den Spielern schon in den Knochen. Aber wir geben alles, wollen ein positives Erlebnis in Selb. Gegen den Tabellenführer am Samstag haben wir dann nichts zu verlieren und können mit einem Erfolg im Rücken hoffentlich frei aufspielen. Interview Alexandra Karrasch

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