Bad Endorf – Mit einer Bronzemedaille bewährten sich die regionalen Leichtathleten bei der deutschen Jugend-Meisterschaft in Ulm. Nick Kocevar vom TSV Bad Endorf ging im 100-Meter-Sprint der männlichen Jugend U20 an den Start.
Sein Saisonziel als Final-Sechster bei den U20-Europameisterschaften hatte er längst erreicht und wollte nun nochmals gegen die besten nationalen Athleten sein Können unter Beweis stellen. Seinen Vorlauf gewann er taktisch klug mit 10,71 Sekunden ebenso wie sein Halbfinale mit 10,61 Sekunden. Damit stand Kocevar – erwartungsgemäß – im Finale: Dort arbeitete er sich nochmals auf glänzende 10,62 Sekunden und sicherte sich damit den Dritten Rang. Mit dieser Platzierung erfüllte er sich seinen Medaillentraum, zumal heuer gleich mehrere deutsche Sprinter in der Europa-Elite stehen. In der dichten Konkurrenz lagen nur die beiden Staffel-Europameister Lucas Ansah-Peprah vom Hamburger SV mit 10,51 Sekunden auf Rang eins und Fabian Olbert von der LG Stadtwerke München mit 10,59 Sekunden auf Rang zwei knapp vor dem Endorfer. „Mit der Saison kann und muss ich zufrieden sein, besonders wenn ich auf den Saisonverlauf zurückblicke“, verriet der 19-Jährige bei dem heuer nicht alles ganz nach Plan gelaufen ist. Ende Mai hatte er noch mit einer Verletzung zu kämpfen, was seine spezielle Vorbereitungsphase enorm beeinflusste. Perfekt wieder „zusammengeflickt“ wurde er hier in sehr professioneller Manier in nur zehn Tagen vom international anerkannten Münchner Chiropraktor Dr. Thomas von Mendelssohn und seinem Physiotherapeut Alexander Kudrewitsch aus Kolbermoor. Dennoch musste er seinen zehntägigen „Boxen Stop“ – die unumgängliche Trainingspause – erst wieder reinholen, um intensiv fit zu werden. „Das war nicht optimal, das Training musste komplett geändert und auf die momentane Situation zugeschnitten werden“, erzählte sein Vater und Trainer Mitja Kocevar. „Wir sind zufrieden mit der Saison und gleichzeitig wissen wir, dass wir noch Reserven für einen weiteren großen Schritt nach vorne haben“, versprach Mitja Kocevar auch im Rückblick auf den verletzungsbedingten Komplett-Ausfall seines Sohnes im letzten Jahr. „Wenige haben überhaupt noch an Nick geglaubt und uns unterstützt“, so Kocevar, denn „wir waren so zu sagen auf uns selbst gestellt mit nur zwei namhaften Förderern aus der Region und einer bekannten Sportmarke mit einer Raubkatze“. Leistungssport auf höchster Ebene ist nach wie vor verbunden mit hohen Kosten im Bezug auf Fahrten, Zeit und auch Trainingslager im Ausland.
Der Pechvogel dieser Titelkämpfe war zweifelsohne Maximilian Berger vom TuS Bad Aibling im 800-Meter-Lauf der männlichen Jugend U18. Im stärksten der drei Halbfinals spurtete er auf den fünften Platz und zugleich zur fünftschnellsten Zeit des Tages. Damit wäre er ganz klar im Finale gewesen – und dennoch durfte er im Endlauf nicht starten. Ausschlaggebend war ein Wettkampfmodus der lediglich die drei Laufschnellsten und einen weiteren Zeitschnellsten pro Halbfinale die Qualifikation für den Endlauf ermöglichte. Der fünfte Halbfinal-Platz war damit absolut wertlos und seine ausgezeichnete neue Bestzeit von 1:57,95 Minuten lockte nur ein enttäuschtes Lächeln hervor. Wie schnell er bei diesen Titelkämpfen tatsächlich war, beweist auch die Tatsache, dass er mit seiner Zeit im Finale Achter geworden wäre.
Weitere Ergebnisse:
Weibliche Jugend U20: 100 Meter Hürden Vorläufe: 24. Emily Teschner (TSV Bad Endorf) 15,23; Weibliche Jugend U18: 200 Meter Vorläufe: 25. Eileen Bayer (TuS Bad Aibling) 26,45; 4 x 100 Meter Staffel Halbfinale: 21. TuS Bad Aibling (Janisch, Schilling, Bayer, Sturma) 49,04. stl