Ein Tier, ein DJ und ein zweiter Bub

von Redaktion

TENNIS Zehn Spieler, ein Team – die Meistermannschaft aus Rosenheim

Rosenheim – „Wir wollten schon um den Meistertitel mitspielen“, blickt Wolf-Dieter Dörfler, Erster Vorstand und Sportwart der Tennisspieler vom TSV 1860 Rosenheim, zurück. Am Ende wurde aus dem „mitspielen“ ein „dominieren“: Mit acht Siegen spielten die Sechziger eine perfekte Saison, holten sich den Meistertitel in der 2. Bundesliga Süd und feierten damit den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Das Erfolgsgeheimnis? „In der Mannschaft hat es gepasst. Wenn man in der Kabine steht, dann kriegt man mit, was die für einen Spaß haben“, sagt Dörfler. Er weiß um die Verdienste der Spieler, die den Rosenheimern schon länger die Treue halten: „Auf den Positionen vier bis sechs haben wir sicherlich die besten Spieler der Liga.“ Aber auch die Verstärkungen vor der Saison haben gepasst: „Die waren goldrichtig. Federico Coria und Mario Vilella Martinez können auch in der 1. Bundesliga spielen. Sie sind nicht umsonst bald in der Qualifikation bei den US Open.“ Insgesamt setzten die Sechziger im gesamten Saisonverlauf zehn Spieler ein: „Das ist eh wenig für die 2. Bundesliga“, sagt Dörfler. Der 1860-Sportwart stellt seine Meistermannschaft vor:

Federico Coria (Argentinien, Jahrgang 1992): „Er wird immer lockerer. Anfangs war er ganz stumm, weil er kein Englisch kann. Er spricht nur spanisch, aber wir können uns jetzt mit Händen und Füßen gut unterhalten. Seine Leistung als Nummer eins war sensationell. Er hat einmal verloren, da hat er aber ohne Schlaf gespielt, weil er die ganze Nacht von einem Turnier nach Rosenheim gefahren ist. Er gibt alles für das Team.“ Seine Bilanz: 5:1 im Einzel, 7:2 im Doppel.

Matteo Viola (Italien, Jahrgang 1987): „Ein ganz ruhiger Kerl mit einem feinen Humor. Auf dem Platz muss man ihm seine Ruhe lassen. Er macht das für sich alleine.“ Seine Bilanz: 6:1 im Einzel, 4:2 im Doppel.

Mario Vilella Martinez (Spanien, Jahrgang 1995): „Er nennt sich ,wild animal‘ und ist wirklich ein Tier auf dem Platz. Ich habe noch keinen Spieler gesehen, der sich so schnell in diese Mannschaft integriert hat. Ein sympathischer Kerl, der für gute Stimmung gesorgt hat.“ Seine Bilanz: 6:1 im Einzel, 4:3 im Doppel.

Ricardo Bellotti (Italien, Jahrgang 1991): „Die schnellste Vorhand, die wir hier je gesehen haben. Seine Vorhand ist wirklich weltklasse. Ein ganz lockerer Typ, ich komme mit ihm super aus. Er ist immer da, wenn man ihn braucht. Auf ihn kann man sich hundertprozentig verlassen.“ Seine Bilanz: 7:1 im Einzel, 4:3 im Doppel.

Christian Lindell (Schweden, Jahrgang 1991): „Er ist unser DJ, ein super Typ. Er war noch in einem Finale bei einem Weltranglistenturnier in Südtirol und ist dann zur Abschlussfeier gekommen und hat aufgelegt. Ein bisschen ein verrückter Vogel und eine coole Mischung aus Schwede und Brasilianer. Auf dem Platz super stark, als DJ aber noch besser.“ Seine Bilanz: 3:0 im Einzel, 3:0 im Doppel.

Pavel Nejedly (Tschechien, Jahrgang 1993): „Er ist ein solider Spieler, hat seine Sache super gemacht. Vor Kurzem war er bei einem Challenger-Turnier im Halbfinale, mit ihm kann es noch bergauf gehen.“ Seine Bilanz: 1:1 im Einzel, 1:0 im Doppel.

Thomas Statzberger (Österreich, Jahrgang 1992): „Das ist ein sehr intelligenter Spieler. Er spielt auch sehr elegant mit der einhändigen Rückhand – die gibt es ja heutzutage nicht mehr so oft.“ Seine Bilanz: 4:1 im Einzel, 4:1 im Doppel.

Walter Trusendi (Italien, Jahrgang 1985): „Der beste Spezl von Viola. Er spielt ein unglaubliches Doppel. Wir haben mit Sam Weissborn einen super Doppelspieler, aber was Matteo und Walter in Würzburg gespielt haben, das war eine Augenweide.“ Seine Bilanz: 1:0 im Einzel, 1:0 im Doppel.

Samuel Weissborn (Österreich, Jahrgang 1991): „Er spielt als Doppelspezialist ganz anders. Gefällt mir aber gut, weil er ganz variabel spielt. Er fightet bis zum Umfallen und ist für mich am leichtesten zu coachen – weil ich ähnlich gespielt habe.“ Seine Bilanz: 1:1 im Einzel, 5:1 im Doppel.

Lukas Jastraunig (Österreich, Jahrgang 1989): „Der ist wie mein zweiter Bub. Er ist seit 14 Jahren da, hat ein Zimmer bei mir und einen Schlüssel von mir daheim. Er gehört zu meiner Familie. Dass er ohne Niederlage im Einzel geblieben ist, ist natürlich sensationell.“ Seine Bilanz: 7:0 im Einzel, 6:2 im Doppel.

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