Rosenheim – Renate Forstner ist eine Institution im Triathlonsport in der Region. Bei Sommer- wie Wintertriathlons ist sie das ganze Jahr auf den schönsten Strecken in der Gegend anzutreffen. Bis zu 20 Wettkampfstarts jährlich stehen bei der Powerfrau Forstner neben ihrem Beruf als Gymnasial-Lehrerin auf dem Plan. Aber Stress? Fehlanzeige.
Ganz entspannt erzählt sie bei einer Tasse Kaffee von ihrem Geheimnis für ein langes erfolgreiches Sportlerleben und den Zielen, die sie noch hat.
Mit fünf Jahren Start als Schwimmerin
Schon mit fünf Jahren beginnt Forstner ihre sportliche Laufbahn als Schwimmerin, ist sofort sehr gut. Zehn Jahre betreibt sie das Schwimmen leistungsmäßig. In der Leichtathletik-Mannschaft beim TSV 1860 Rosenheim, für den sie seit Kindertagen startet, lief sie in der Jugend die Ausdauerläufe über 1500 und 3000 Meter. Während des Studiums in München – sie hat Lehramt in den Fächern Sport, Geografie und Religion für Gymnasium studiert – kam sie eher zufällig zum Triathlon. Beim Schwimmen war sie sowieso stark, auch auf Laufstrecke war sie erfahren und auf dem Rad fühlte sie sich schnell zu Hause. 2001 durfte sie mit der deutschen Mannschaft zur Univerisade fahren und ist seitdem vollends von „ihrer Sportart“ infiziert. Vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Disziplinen und die irgendwie ganz besondere Stimmung innerhalb der Triathlon-Familie machen für sie den Reiz an ihrem Sport aus.
Mammutprogramm: 20 Starts im Jahr
Das ganze Jahr über nimmt Fostner an circa 20 Triathlon-Wettbewerben teil. Im Winter bedeutet das für sie fit zu sein in Crosslauf, Mountainbiken und Langlaufen im freien Stil. Im Sommer heißt es dann in den Disziplinen Schwimmen, Radfahren mit dem Rennrad und dem Straßenlauf Topform zu haben.
Wenn es ihr intensiver Trainings- und der Stundenplan in der Schule zulassen, dann geht sie gerne zusätzliche noch bei Langlaufmarathons oder Freiwasserschwimmen an den Start. Das Vollmondschwimmen im Chiemsee beispielsweise lässt sie sich nicht entgehen. „Mittlerweile suche ich mir meine Rennen auch danach aus, wo es mir am besten gefällt. Meinen Sport draußen in der Natur zu machen, das ist einfach nur schön“, erklärte Renate Forstner. Dass sie, egal bei welchem Bewerb, immer ganz oben in den Ergebnislisten zu finden ist, kommt nicht von ungefähr.
Neben ihrer Vollzeit-Beschäftigung als Lehrerin am Gymnasium trainiert sie – je nach Zeitpunkt in der Saison – 15 bis 25 Stunden die Woche und leitet auch das Schwimmtraining beim TSV 1860 Rosenheim.
Zeitmanagement und Leidenschaft sind alles
Ob sie ein Geheimnis hat, wie sie das alles meistert? „Zeitmanagement ist alles“, sagt sie und lacht. Aber das allein ist es nicht. Die Liebe für den Sport ist auch nach über 18 Jahren ungebrochen. „Spaß macht es mir, das ist das große Geheimnis. Auf jeden Wettkampfstart und jede gemeinsame Trainingseinheit freue ich mich. Man kann nichts auf die Dauer machen, was man nicht gern tut und ich habe einfach mein Ding gefunden.“
Ans Aufhören denkt die mittlerweile 42-Jährige gar nicht. Sie ist fit, der Kraftakt macht ihr immer noch Freude. Eigentlich hat sie schon alles erreicht, was es im nicht-professionellen Bereich zu erreichen gibt: Unzählige Siege – auch mal zwei an einem Wochenende – bei Triathlons, Freiwasserschwimmen oder Langlaufrennen. Sie ist dreimalige deutsche Meisterin im Wintertriathlon von 2012 bis 2014 und Europameisterin im Skilanglauf-Marathon 2018. Im letzten Jahr wurde sie außerdem bayerische Meisterin im Triathlon über die olympische Distanz in der Altersklasse 40 und deutsche Lehrermeisterin im Triathlon, deutsche Meisterin in der AK 40 im Langlauf Massenstart über 20, sowie 50 Kilometer in der freien Technik und am letzten Wochenende folgte der Sieg bei der deutschen Triathlon-Meisterschaft.
Aufhören? Das Feuer brennt noch
Trotz dieser beeindruckenden Karriere hat sich Renate Forstner noch Ziele gesteckt. Den legendären Wasa-Lauf möchte sie unbedingt mitmachen. Der ist eine der größten Langlaufveranstaltungen der Welt – im März diesen Jahres waren fast 16000 Teilnehmer am Start – und wird über 90 Kilometer in der klassischen Technik seit bald 100 Jahren im schwedischen Dalarna ausgetragen. Und sollten die Welt- oder Europameisterschaften der Internationalen Triathlon Union (ITU) in den nächsten Jahren wieder in der näheren Umgebung ausgetragen werden, dann wird Renate Forstner auf jeden Fall mit von der Partie sein.