Rosenheim – Immer wenn sich Markus Grundner von der Trainerbank des TSV 1860 Rosenheim erhebt, hat sich unmittelbar vorher irgendwo ein Spieler auf dem Spielfeld niedergelassen. Der Grund: Markus Grundner ist Rosenheims Physiotherapeut. Im Folgenden erklärt er, warum man als Physiotherapeut mittlerweile mehr als nur „durchmassieren“ können muss.
Was zeichnet einen guten Physiotherapeuten aus?
Ein Therapeut muss komplett funktionell innerhalb einer Mannschaft agieren. Das bedeutet, dass man neben der Therapie von Verletzungen oder kleineren „Wehwehchen“ auch Kommunikator, Organisator, Zuhörer und Beobachter sein muss.
Das bedeutet genau?
Im Grunde schaue ich gar nicht mehr auf die taktische Spielleistung meiner Jungs, sondern meist nur noch auf das Laufverhalten der Spieler nach Zusammenstößen oder Fouls. Auch der intensive Austausch mit dem kompletten Trainerteam ist wichtig – nicht selten agiere ich als „Bindeglied“ zwischen Spieler und Trainer.
Ein heikles Thema sind Verletzungen, oder?
Auf alle Fälle, denn die Entscheidung, ob ein Spieler einsatzfähig ist, liegt in letzter Instanz beim Therapeuten – er trägt die medizinische Verantwortung. Auch die Organisation während einer Rehamaßnahme und der Wiedereingliederung in den Mannschaftssport ist nicht zu unterschätzen. Für mich war dabei der Erfahrungsschatz meines Arbeitgebers Hans Friedl eine riesige Unterstützung.
Mit Matthias Heiß und Adel Merdan fehlen 1860 noch zwei Spieler.
Beide Spieler sind beinahe täglich bei uns im Therapie- und Trainingszentrum. Hans Friedl selbst, die Corox-Athletiktrainer und ich arbeiten intensiv mit ihnen. Und beide stehen kurz vor ihrer Rückkehr. Interview: Pointvogel