Der Schiedsrichter, das Wetter und der Kader

von Redaktion

Trainer Schellenbergs Gründe für die 1:2-Niederlage von Wacker Burghausen gegen Memmingen – Nur Bosnjak trifft

Burghausen – Zehn Punkte hat der SV Wacker Burghausen zuletzt in der Fußball-Regionalliga Bayern eingefahren, am Samstag setzte es mit dem 1:2 gegen das bisherige Schlusslicht FC Memmingen die vierte Saisonniederlage und Trainer Wolfgang Schellenberg musste eingestehen: „Wir konnten nicht an die Leistungen der letzten Meisterschaftsspiele anknüpfen.“

Die Palette an Gründen für die schwache Leistung, die der Burghauser Trainer anführte, reichte vom Schiedsrichter über die englische Woche, das schwülwarme Wetter bis hin zum eigenen Kader. Im Mittelpunkt der Kritik stand der Unparteiische Thomas Berg aus Landshut: „Der Schiedsrichter war auf dem Niveau meiner Mannschaft, eher sogar drunter.“ Der SVW-Coach warf Berg vor, seiner Mannschaft beim Stand von 0:0 einen Foulelfmeter an Felix Bachschmid verwehrt zu haben: „Es ist ja bekannt, wenn Schiedsrichter Berg in Burghausen pfeift, dass es unruhig wird. Und es war auch klar, dass wir von ihm keinen Elfmeter bekommen.“

In der 38. Minute musste Schellenberg das erste Mal wechseln und Eymen Brahim für Andrija Bosnjak vom Feld nehmen. „Vermutlich eine Virusinfektion“, erklärte der Coach. Nur neun Minuten nach Wiederbeginn korrigierte Schellenberg erneut, ersetzte bei einem 0:1-Rückstand Angreifer Sammy Ammari durch Abwehrspieler Semir Gracic. Begründung des Trainers: „Wir hatten zu diesem Zeitpunkt drei Stürmer auf dem Platz, die sich auf den Füßen gestanden sind. Durch den Wechsel konnten wir wieder zur Grundordnung zurückkehren.“ Nach dem 0:2 stellte der Coach auf Dreierkette um, korrigierte mit Einwechslung von Mathis Lange für den gelb-rot-gefährdeten Bachschmid in der 71. Minute erneut – am Ende gab es mehr Umstellungen als Torabschlüsse.

Seinen ersten Gegentreffer im fünften Spiel musste Weber in der Nachspielzeit der ersten Hälfte hinnehmen. „Statt in die Tiefe zu spielen machen wir es eng und verlieren den Ball“, kritisierte Schellenberg, der zunächst eine Abseitsposition von Marco Nickel reklamierte, nach Studium der Video-Bilder aber gestand: „Da kann der Schiedsrichter nichts dafür.“ Jedenfalls legte Nickel quer und Marco Greisel musste nur noch einschieben. Beim zweiten Treffer der Gäste geriet eine Kopfball-Rückgabe von Lukas Aigner zu kurz, Nickel roch den Braten und köpfte über dem herauslaufenden Weber ein (62.). Burghausen kam nur noch zum Anschlusstreffer durch Bosnjak, der eine Flanke von Denis Ade unhaltbar unter die Latte köpfte (80.).

SV Wacker Burghausen: Weber, Scheidl, Hingerl, Aigner, Nicklas, Brahim (ab 38. Bosnjak), Ade, Stingl, Bachschmid (ab 74. Lange), Richter, Ammari (ab 54. Gracic).

Schiedsrichter: Berg (Landshut).

Zuschauer: 717.

Tore: 0:1 Greisel (45. + 1), 0:2 Nickel (62.), 1:2 Bosnjak (80.).mb

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