Dominic Thiem für Rosenheim?

von Redaktion

TENNIS TSV 1860 plant für die 1. Bundesliga – Kontakt zum Weltranglisten-Vierten

Rosenheim – Nach der perfekten Saison stehen die Rosenheimer Tennis-Herren als Meister der 2. Bundesliga Süd vor dem Aufstieg in die 1. Bundesliga. Bis zum 30. September hat der Vorstand Zeit, die Entscheidung anzunehmen. Da die höchste Spielklasse mit einem großen finanziellen und organisatorischen Mehraufwand verbunden ist, gilt es, einen guten Plan vor der Zusage zu entwickeln. Einige wichtige Fragen haben Carina Stiglauer und Dieter Dörfler, die sowohl Vorstand des Vereins, als auch Teammanager sind, im Vorfeld beantwortet.

Ist nach dem Trubel der letzten Wochen schon wieder etwas Ruhe ins Vereinsleben eingekehrt?

Nach den ganzen Feierlichkeiten gibt es sicherlich erst einmal eine Menge zu verdauen – und gerade für uns spielt das Thema durch die offizielle Gratulation des Deutschen Tennis-Bundes letzte Woche und verbundene Nachfragen, ob wir aufsteigen wollen, aktuell noch eine große Rolle. Der Verein an sich ist aber schon wieder im Alltag angekommen. Eine viel wichtigere Rolle spielt im Moment für die meisten das legendäre Wiesn-Turnier nächsten Samstag, was immerhin eines der größten Tagesturniere Deutschlands ist.

Gibt es schon eine Entscheidung, den Aufstieg in die 1. Liga anzunehmen?

Eine endgültige Antwort können wir noch nicht geben, zumindest aber eine Tendenz aussprechen. Von unserer Seite gibt es den klaren Willen, den Aufstieg anzunehmen und nächstes Jahr erstklassig zu sein. Damit das Vorhaben langfristig Sinn macht, müssen wir aber noch wichtige Sponsorengespräche führen und die finanziellen Angelegenheiten regeln. Hier zählen wir auf unseren Sponsorenchef Thomas Detterbeck, der bereits letztes Jahr in dieser Hinsicht viel vorangebracht hat.

Die höchste Spielklasse wäre neben dem finanziellen auch organisatorisch ein größerer Aufwand. Wie zufrieden waren Sie mit der Organisation diese Saison?

Hier können wir nur nochmals einen riesigen Dank an alle Helfer des Vereins aussprechen. Seien es die Ballkinder, Helfer an den Essensständen oder auch die Presseverantwortlichen: alle haben einen tollen Job gemacht. Ohne diesen Einsatz wäre es nicht möglich, das Ganze so groß aufzuziehen.

Was kann man noch verbessern?

Da wir schon auf einen deutlichen Zuschauersprung hoffen, müssen noch einige strukturelle Sachen verbessert werden. Da nur noch zwei Einzel parallel gespielt werden, wird eine Zuschauertribüne auf dem zweiten Platz nötig sein. Ebenso planen wir mit weiteren Essensständen, um es für die Zuschauer noch attraktiver zu machen.

Essentiell für die starke Saison war neben der Spielstärke der einzelnen Spieler auch die Chemie innerhalb der Mannschaft. Gibt es schon Planungen für nächstes Jahr?

Wir wollen natürlich unser Team von diesem Jahr größtenteils behalten, da jeder Spieler es sich redlich verdient hat, auch in der höheren Liga zu spielen. Sie haben auch schon fast alle ihre Zusage gegeben. Besonders die Neulinge der letzten Saison wie Federico Coria und Mario Vilella Martinez waren begeistert von der Stimmung in der Mannschaft. Lediglich an Position eins wäre es noch gut, zwei bis drei Top-100-Spieler als Optionen zu haben, um die Liga sicher zu halten. Ein besonderes Schmankerl wäre ein Einsatz von Dominic Thiem, aktuell Nummer vier der Weltrangliste. Er hat letztes Jahr ein Spiel für Mannheim in der Bundesliga absolviert. Über seine guten Freunde Lukas Jastraunig und Ricco Bellotti haben wir Kontakt zu ihm.

Philipp Kohlschreiber und Jan-Lennard Struff sind als deutsche Topspieler Stammgast in der Bundesliga. Glauben Sie, durch das größere Starpotenzial noch mehr Aufmerksamkeit in Rosenheim zu erreichen?

Eine bessere Option, diese Topstars in Aktion in der Nähe für kleines Geld zu sehen, gibt es eigentlich nicht. Deswegen hoffen wir natürlich, dass diese Namen dann auch ziehen, und wir auch Rosenheimer Sportfans, die nichts mit Tennis am Hut haben, anlocken können. Auch von den Tennisvereinen im Umland sehen wir noch deutlich größere Kapazitäten an Zuschauern. Hier liegt es aber auch an uns, das Ganze gut zu vermarkten.

Wie sehen Sie die generelle Entwicklung des Vereins abseits von der ersten Mannschaft?

Hier können wir tatsächlich auch nur Positives berichten. Wir haben einen steten Mitgliederzuwachs, und besonders die über 140 Jugendlichen machen uns Hoffnung auf die Zukunft. Unsere U9-Kleinfeld-Mannschaft ist oberbayerischer Vizemeister geworden, die U10-Midcourt-Mannschaft Dritter, was uns ein gutes Feedback für unsere Nachwuchsarbeit gibt. Auch die Érwachsenen-Mannschaften abseits der ersten Herren behaupten sich in den obersten Bezirksligen und sorgen für ein gutes Vereinsklima abseits des Platzes.Interview: Rapp

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