Rosenheim – Statt auf der Wiesn auf einen Sieg anzustoßen, können die Fußballer des TSV 1860 Rosenheim höchstens ihren Kummer und Frust hinunterspülen. Gegen die Gäste aus Aschaffenburg setzte es am Freitagabend eine bittere 0:3 Heimniederlage. Türk Gücü München vor einer Woche war einfach eine Nummer zu groß für die Rothosen, der SV Viktoria Aschaffenburg als Tabellennachbar in den unteren Regionen eine vermeintliche Hürde, die man zuhause bewältigen kann, ja muss, wenn man den Tabellenkeller verlassen will. Mit dieser Leistung wird es wohl ein schweres Unterfangen.
Dabei setzte man im Vorfeld große Hoffnungen auf einen Heimerfolg, nachdem Neuzugang Nicolaj Madsen und Kapitän Matthias Heiß in der Startformation standen. Wer gedacht hatte, dass die Gäste etwas verschlafen wirken könnten, nachdem sie im Stau standen, acht Stunden Anreise hatten und das Spiel deshalb 20 Minuten später begann, sah sich getäuscht.
Allerdings nahm die Mannschaft von Trainer Thomas Kasparetti das Heft gleich in die Hand und Rückkehrer Matthias Heiß hätte um ein Haar einen Einstand nach Maß gehabt, aber sein Kopfball prallte in der 3. Minute vom Pfosten zurück. Zwei Minuten später konnte Gästekeeper Kevin Birk einen Hammer von Linor Shabani erst nach zweimaligen Nachfassen entschärfen. „Diese Dinger musst du einfach mal machen, da fehlt uns auch das Glück“, trauerte Trainer Thomas Kasparetti den Chancen nach.
Die ersten 15 bis 20 Minuten gehörten also den Hausherren, ehe die Gäste besser ins Spiel kamen. Der erste gefährliche Angriff der Gäste führte dann in der 23. Minute durch Luca Dähn mit einem Kopfballtreffer zum 0:1. Robert Köhler konnte Björn Schnitzer an der Flanke von links nicht stören, in der Mitte stand Dähn frei und schon waren die Sechziger wieder einmal zuhause im Rückstand. Gift für die Moral.
„Come on, com on“, war auf dem Rosenheimer Fußballplatz schon lange nicht mehr zu hören, Neuzugang Madsen war nicht nur lautstark, sondern auch gestenreich zu sehen, leider brachte sein Engagement noch nicht den erhofften Erfolg.
Obwohl die Sechziger nach der Halbzeit Pause mit neuem Vorsatz den Rückstand drehen wollten, blieb vieles Stückwerk und Torabschlüsse Mangelware. Ganz anders die Gäste: Das 0:2 entsprang nach ähnlichem Muster wie das erste Tor, wieder sah die Abwehr, in der diesmal Robert Köhler neben Matthias Heiß und Christoph Wallner in der Dreierkette aufgeboten war, nicht glücklich aus.
„Fakt ist, wir müssen nach fünf Minuten 2:0 führen, bekommen mit dem ersten Angriff das 0:1, das hat die Mannschaft natürlich verunsichert. Ähnlich das 0:2 in der zweiten Halbzeit, Aschaffenburg ist tiefgestanden, dann wird es natürlich schwierig und beim 0:3 haben sie uns ausgekontert“, so ein geknickter Sportlicher Leiter Hans Kroneck. Mit Heiß und Madsen hätten sie zwei neue Leute im Team, da Bedarf es noch einige Zeit bis die Systemumstellung funktionieren würde. Das sollte aber baldmöglichst geschehen, sonst rückt das Tabellenende immer näher.
TSV 1860 Rosenheim: Alin Goia, Linor Shabani (Achitpol Keereerom 73.), Korbinian Linner, Christoph Wallner, Markus Sattelberger, Robert Köhler,Luftetar Mushkolaj, Matthias Heiß, Michael Neumeier (Sebastian Hölzl 83.), Nicolaj Madsen, Moritz Moser (Yannik Albrich 83.).
Tore: 0:1 Luca Dähn (23.), 0:2 Egson Gashi (59.), 0:3 Björn Schnitzer (80.)
Schiedsrichter: Maximilian Riedel. Zuschauer: 250 ru