Prien – Die Sonne spiegelte sich im Chiemsee, als bei mäßigem Wind 21 Jollen der Einmannbootsklasse 2.4mR und sechs Dreimann- Kielboote Sonar (von insgesamt acht in Deutschland) aus dem Hafen der Stippelwerft in Prien segelten. Bereits zum zwölften Mal waren Segler aus Deutschland, Österreich und Tschechien zum Segelclub Prien (SCPC) für drei Tage gekommen. Sie machten sich den ständig drehenden Wind gefügig, um den Prien City Cup und die bayerischen Landesmeisterschaften in ihren Bootsklassen zu gewinnen.
Diese Veranstaltung ist jedes Jahr für Menschen mit und ohne körperliche Einschränkungen ein besonderes seglerisches Highlight. Die 21 ehrenamtlichen Helfer vom SCPC und die 39 internationalen Teilnehmer freuten sich gemeinsam auf den Wettbewerb und die bekanntermaßen umsorgende Verpflegung durch die fünfköpfige Küchencrew. „Dieser Segelevent hat nach all den Jahren fast familiären Charakter“, betonte die Vizepräsidentin Martina Blank.
Wettfahrtleiter Andreas Bodler konnte mit seinem Team bereits nach zwei Tagen bei Windstärken zwischen vier bis 13 Knoten sieben von den geplanten neun Wettfahrten durchziehen. Am dritten Tag schwächelte der Wind dermaßen, dass die Segler an Land bleiben mussten. Der Schirmherr der Veranstaltung, Priens Bürgermeister Jürgen Seifert, würdigte das soziale Engagement des SCPC und überreichte den Prien City Cup als Preis der Gemeinde an Christian Bodler vom SCPC. Er hatte geschickt den Heimvorteil genutzt, da er vertraut ist mit dem unberechenbaren Wind des Segelreviers. Bodler wurde auch bayerischer Meister in der 2.4mR-Klasse vor dem Tschechen Daniel Bina und seinem Clubkameraden Ingo Hesse.
Bei den Sonar war der Wassersportverein Lausitzer Seenland mit Jürgen Brietzke, Uwe Rehm und Clemens Kraus erfolgreich. Die sächsischen Segler aus Geierswalde sind nun bayerische Meister vor Reinhard Bauer, Kurt Thumm und Christian Bauer vom Yachtclub Berlin-Grünau. Als Dritte segelten Christian Bittner, Martin Sterkel und der paralympische Gold- sowie Silbermedaillen-Gewinner Robert Prem (SCPC) über die Ziellinie.
Bei der Siegerehrung hielt 2.4rM-Segler Maik Aberle vom WSVLS eine ergreifende Rede. „Der Segelsport hat mir nach meinem Autounfall durch die Koordinationsanforderungen im Gehirn, die Kameradschaft und den Trainer Christian Bittner, der immer an mich glaubte, wieder Lebensqualität und Freude gegeben. Segeln ist die beste Therapie“, bekannte er. Ärzte hatten ihm prognostiziert, nie wieder gehen und sprechen zu können.mbl