Aubstadt – Der Ort Maroldsweisach dürfte den Rosenheimer Regionalliga-Fußballern bis Samstag kein Begriff gewesen sein. Die B279 führt ab Bamberg durch dieses Dorf, will man nach Aubstadt kommen. Doch weil die Durchfahrt gesperrt und die Umleitung kompliziert ist, kamen die Oberbayern verspätet im Grabfeld an. Mit 15 Minuten Verzögerung begann die Partie. Wer weiß schon, ob Danijel Majdancevic vielleicht deshalb schwere Beine hatte…
Großchance durch Danijel Majdancevic
Nach nur acht Minuten, als Dominik Grader ausgerutscht war, lief der Gästespieler alleine auf den Kasten zu, schoss aber den herauseilenden Keeper Daniel Mack an. Das war die eine vielleicht wegweisende Szene eins der Partie. Die zweite kurz vor der Pause beim Stand von immer noch 0:0: Nach einer Hereingabe von Robert Köhler musste Ingo Feser für Schlussmann Mack kurz vor der Linie klären.
Gleich im Gegenzug fiel das 1:0 von Aubstadt, als Jens Trunk Martin Thomann bediente, der von rechts auf links flankte und Daniel Leicht „überragend mit der Breitseite und nicht mit dem Vollspann“ traf. TSV-Coach Joseph Francic fand diese lobenden Worte, während sein Kollege Thomas Kasparetti im Moment des Treffens schon Übles ahnte. „Es war zu erwarten, das derjenige, der das erste Tor macht, das Spiel gewinnt!“
„Verdient über die 90 Minuten“ sei es gewesen, weil von Rosenheim nach den vergebenen (Halb-)Chancen von Matthias Heiß, Georg Lenz und Luftetar Mushkolaj kurz nach der Pause nichts mehr kam; weil Aubstadt schon Mitte der ersten Halbzeit den Pfosten traf; weil der letztjährige Torschützenkönig der Bayernliga nach dem Seitenwechsel dreimal alleine vor dem Kasten scheiterte; und Christoph Schmidt nach einem Konter und Hereingabe von Michael Kraus im Duett der Eingewechselten ebenfalls nur den Pfosten anvisierte. Da stand es bereits 2:0 durch den Schuss des Ex-Dallas-Profis Timo Pitter. Der traf zehn Minuten nach Gelb-Rot für Matthias Heiß, was ein bisschen umstritten war, weil der am Trikot gehaltene Mike Dellinger an der Strafraumgrenze halt auch zu gerne zu Boden sank…
Sieben Gelbe Karten für 1860
„Wir hatten unsere Möglichkeiten. Aber es ist wie es ist. Beim Stand von 2:0 war es schlicht unmöglich, noch einmal zurückzukommen“, analysierte Thomas Kasparetti und erklärte auch die insgesamt sieben Karten für sein Team, inklusive der eigenen Verwarnung wegen ein paar zu lauter Worte zehn Minuten nach der Pause. Auf dem Feld sei es aufgrund der Platzverhältnisse schwierig gewesen, „die langen und zweiten Bälle zu verteidigen. Da rutschte man leicht weg!“ Echt böse Fouls gab es keine in einer Partie, die Joseph Francic als „Reifeprüfung und Geduldsspiel“ bezeichnete. Und Rosenheims Coach vermutete, das Match wäre „sicherlich anders ausgegangen und wir hätten mindestens einen Punkt geholt“, wenn nach acht Minuten das 0:1 fällt.
Kasparetti fand es klasse, dass er in der öffentlichen Pressekonferenz im voll besetzten Sportheim mit kräftigen Applaus begrüßt wurde. Generell geht es in Aubstadt gesellig bis lustig zu. PK-Leiter Philipp Müller musste zugeben, dass er in Rosenheim noch nie beim Fußball war und die Stadt nur aus dem Fernsehen kennt. „Aber ´Aubstadt-Cops´ gibt es bei uns auch“, spaßte der Pressesprecher und fragte vorsichtshalber nach, wann denn die Rosenheimer am Samstag den Ausflug starteten. „Um 7 Uhr sind wir weg. Jetzt könnt ihr euch ausrechnen, wann ihr losfahren müsst…“, entgegnete Kasparetti. Wobei es am 2. Mai die Baustelle in Maroldsweisach nicht mehr geben wird…
Die Spielstatistik
1860 Rosenheim: Goia – Köhler (84. Linner), Heiß, Lenz, Sattelberger – Madsen, Moser – Hölzl (63. Neumeier), Majdancevic, Demolli – Mushkolaj (75. Merdan);
Schiedsrichter: Stefan Treiber (FC Zell-Bruck) Tore: 1:0 (43.) Leicht, 2:9 (79.) Pitter. Gelb-Rot: Heiß (Rosenheim, 68.) Zuschauer: 495.