Regensburg – Was für ein Pech für Starbulls-Stürmer Michael Fröhlich: Der Rosenheimer Angreifer wurde im zweiten Drittel unglücklichen am Kopf getroffen, musste stark blutend vom Eis und wurde sofort ins Krankenhaus gefahren. Dort stellte sich nach Auskunft von Ingo Dieckmann, Organisatorischer Leiter Sport, heraus, dass mit großer Wahrscheinlichkeit der Oberkiefer gebrochen ist und er höchstwahrscheinlich in den nächsten Tagen operiert werden muss. Ausgerechnet jetzt, als Fröhlich nach seinen Knieproblemen in Schwung kam und am Freitag sein erstes Tor erzielte, kommt diese Hiobsbotschaft. Da ist der verdiente und hart erkämpfte 3:2-Erfolg in Regensburg nur noch die Hälfte wert.
Regensburg kassierte gegen die Starbulls Rosenheim vor lediglich 1695 Zuschauern beim 2:3 (0:0, 1:1, 1:2) bereits die zweite Heimniederlage der noch jungen Saison. Nur phasenweise hatten Nikola Gajovsky & Co. die Oberbayern im Griff.
„Immer wieder Fehlpässe, immer wieder Unkonzentriertheiten, dumme Fehler: Mit einer solchen Einstellung kannst du gegen Top-Mannschaften wie Rosenheim in der Oberliga nicht gewinnen“, analysierte Eisbären-Trainer Igor Pavlov hinterher schonungslos.
Rosenheims Coach John Sicinski, früher für Regensburg aktiv, vermochte der Begegnung kaum etwas abzugewinnen: „Es war wenig Leben im Spiel. Es war ein richtiges Drecksspiel, aber wir haben einen Weg gefunden, die drei Punkte zu holen, weil wir die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht haben. Wir haben heute über den Kampf gewonnen.“
Nach seiner „Denkpause“ am Freitag gegen Selb stand übrigens Vitezslav Bilek wieder im Starbulls-Kader. Die Oberbayern waren im tor- und strafzeitenlosen ersten Drittel sichtlich bemüht, den schlechten Eindruck der Heimpleite zuletzt gegen die Selber Wölfe zu verwischen. Ein Pfostentreffer von Maximilian Vollmayer (19. Minute) war der bis hinauf auf die Tribünen hörbare Lohn ihrer Angriffsbemühungen. Was sonst aufs Eisbären-Tor kam, wurde Holmgrens sichere Beute, so etwa bei Chancen von Dominik Daxlberger (3.) oder Kevin Slezak (10.).
Auf der Gegenseite versuchten die Hausherren, den Elan des 6:3-Sieges in Memmingen in dieses Spiel mitzunehmen – was in Ansätzen gelang. Gajovsky (4.) scheiterte jedoch ebenso an Luca Endres im Starbulls-Tor wie Eisbären-Kapitän Peter Flache (12.). Auch die Eisbären hatten im ersten Abschnitt einen krachenden Schuss gegen das Torgestänge zu verzeichnen. Richard Divis traf die Latte (17.).
Die erste Überzahl der Partie münzten die Eisbären prompt in die Führung um. Florian Krumpe saß auf der Strafbank, als Landshut-Leihspieler Lukas Mühlbauer den Puck an Endres vorbei zum 1:0 abfälschte. Rosenheim reklamierte vergeblich, der Stock sei zu hoch gewesen. Die Krönung einer starken Regensburger Phase verpasste Tomas Gulda. Von der Strafbank zurückgekehrt, lief er allein auf Endres zu, blieb aber am am starken Goalie hängen.
Die nun wieder weit konzentrierter auftretenden Rosenheimer nutzten ihre zweite Überzahl zum Ausgleich durch Alexander Höller. Rosenheim begann im Schlussdrittel zu dominieren. Das schlug sich in den Treffern von Michael Baindl und erneut Höller nieder. Der schnelle 1:3-Rückstand verunsicherte das Team von Igor Pavlov. Die Gegenwehr der Regensburger erlahmte.
Coach Pavlov nahm eine Auszeit und Holmgren früh vom Eis. Nach Divis‘ Anschlusstreffer läuteten die Eisbären ihre finale Drangperiode ein. Sie blieb ohne zählbaren Ertrag, weil Endres in den Schlusssekunden hervorragend reagierte.
Tore: 1:0 (22:03) Mühlbauer (Vogel, Flache bei 5-4); 1:1 (33:21) Höller (Baindl, Mitchell bei 5-4); 1:2 (42:22) Baindl (Slezak, Höller); 1:3 (46:30) Höller (Linden, Slezak); 2:3 (57:01) Divis (Gajovky, Flache bei 5-4); Strafminuten: 4 – 8
Schiedsrichter: Bastian Steingross; Zuschauer: 1695;