Rosenheim – „Weitere Kommentare behalte ich mir vor“, sagte Thomas Kasparetti, Trainer des Fußball-Regionalligisten 1860 Rosenheim, nach dem Spiel in der Pressekonferenz. Seine Mannschaft hatte gerade eine 0:4 (0:3)-Heimklatsche gegen den FC Augsburg II kassiert und Kasparetti war angefressen. Nicht auf seine Mannschaft, sondern auf das Schiedsrichtergespann um den Unparteiischen Eduard Beitinger aus Regensburg, der als Schiedsrichterassistent auf der FIFA-Schiedsrichterliste und an der Linie im Team von Bundesliga-Schiedsdrichter Deniz Aytekin steht.
Beitinger hatte in der 33. Minute massiv und in der Situation übertrieben in ein Spiel eingegriffen, das die Rosenheimer bis dahin dominierten und die 240 Zuschauer das Gefühl hatten, dass es den ersehnten und so enorm wichtigen Heimsieg geben könnte. Nach einem weiten Ball verschätzte sich der jungen Rosenheimer Außenbahnspieler Markus Sattelberger und lief Augsburgs Stürmer Maurice Malone von hinten in die Hacken. Malone hatte weder den Ball unter Kontrolle noch war Sattelberger 20 Meter vor dem Tor klar letzter Mann. Hier eine Rote Karte wegen Notbremse und der Vereitelung einer klaren Torchance zu geben war schon abenteuerlich.
Thomas Kasparetti war bis dahin mit den ersten 30 Minuten „sehr zufrieden. Wir haben alles umgesetzt, was wir wollten. Nach der Roten Karte gegen uns hat sich alles verändert.“
Majdancevic verletzt
Dass drei Minuten vor dem Platzverweis Rosenheims torgefährlichster Stürmer Daniel Majdancevic (bisher sieben Tore) mit einer Wadenverletzung ausgewechselt werden musste, Laurin Demolli mit einer Direktabnahme in der 31. Minute die 1:0-Führung verpasste und Torhüter Alin Goia vor dem 0:1-Rückstand vier Minuten nach dem Platzverweis für Sattelberger patzte, ließ die Partie endgültig zugunsten der plötzlich selbstsicher auftretenden Gäste kippen.
Der Rest des Spiels vor allem nach dem Doppelschlag zum 0:2 (Elfmeter verschuldet durch Torhüter Alin Goia) und 0:3 durch den besten Gästespieler Malone war nur noch reine Formsache. 1860 blieb bemüht und verpasste einen Torerfolg bei ein, zwei Distanzschüssen.
„Wir sind glücklich über den Sieg, denn es war sehr schwer. Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen. Aber der Platzverweis und der schnelle Führungstreffer danach haben uns in die Karten gespielt. Auf dem Platz war es schwer, Fußball zu spielen,“ erklärte Josef Steinberger, Trainer des FC Augsburg II. Der verhielt sich an der Seitenlinie äußerst vorbildlich, wies seine Spieler zurecht, wenn sie Gelbe oder Rote Karten forderten und sorgte so trotz der aufkommenden Hektik um die 30. Minute für Ruhe – zumindest außerhalb des Spielfeldes. Dass sich Thomas Kasparetti und Co. aufregten, war nachzuvollziehen, denn das 0:3 schien Gästestürmer Malone auch noch aus abseitsverdächtiger Position erzielt zu haben.
„Es war einfach ein rundherum gebrauchter Tag für uns. Wir müssen zusehen, dass wir vor der Winterpause in den Spielen in Rain, zu Hause gegen Illertissen und in Schweinfurt noch Punkte einfahren“, hofft der Sportliche Leiter Hansjörg Kroneck. Noch ist nichts verloren für die Sechziger (Relegationsplatz, drei Punkte hinter dem 12. Burghausen), auch wenn der Trend mit nur zwei erzielten Toren (beide durch Innenverteidiger Georg Lenz) und nur vier Punkten aus den letzten sechs Spielen nicht für die Rosenheimer spricht.
TSV 1860 Rosenheim: Goia – Moser, Lenz, Heiß, Sattelberger – Merdan, Shabani (83. Albrich) – Linner, Madsen, Demolli (84. Neumeier) – Majdancevic (30. Mushkolaj).
Schiedsrichter: Beitinger (Regensburg) – Zuschauer: 240
Tore: 0:1 Jakob (37.), 0:2 Malone (42. Foulelfmeter), 0:3 Malone (44.), 0:4 Ganda (69.)
Rot: Sattelberger (1860/ Notbremse 33.).