„Alle Helfer sind eigentlich Experten“

von Redaktion

DSV-Sportdirektorin Karin Orgeldinger ist von den Bedingungen in Ruhpolding angetan

Ruhpolding – Entspannt konnte Karin Orgeldinger, Vorstand Sport im Deutschen Ski-Verband (DSV) den Weltcup-Auftakt in Ruhpolding verfolgen. Einmal mehr erwies sich die Chiemgau-Arena als hervorragender Austragungsort. Die Stimmung unter den Zuschauern war prächtig, die Bedingungen für die Fans und vor allem die Athleten passten. Aber nicht nur deshalb äußerte sich die Sportwissenschaftlerin und ehemalige Fechterin sehr positiv.

Nach Oberhof kommt im Weltcup-Kalender stets Ruhpolding. Was macht die beiden Standorte aus?

Sie haben einfach eine sehr hohe Tradition. Es ist hier ein großes Know-how vorhanden, alle ehrenamtlichen Helfer sind eigentlich schon Biathlon-Experten. Insofern herrschen hier perfekte Bedingungen, was auch international sehr geschätzt wird.

Aufgrund der großen Erfahrung ist Ruhpolding auch bei Notsituationen bereit – zu wenig Schnee, zu viel Schnee, man kommt damit zurecht.

Absolut. Letztes Jahr stand es Spitz auf Knopf bezüglich einer Absage. Das war dann nur zu bewältigen, indem die ganzen Helfer wussten, an welchem Rädchen man drehen muss. Auch dieses Jahr sind die Bedingungen wieder perfekt, man kann Sport auf höchstem Niveau betreiben.

In Ruhpolding ist auch ein Stützpunkt beheimatet. Warum ist der Ort für den DSV so wichtig?

Ruhpolding ist ja mit Oberhof einer der Bundesstützpunkte, an dem wir ein Komplettangebot haben. Hier sind viele sehr gut ausgebildete Trainer am Stützpunkt. Auch die Gaue und die Region drumherum haben eine hervorragende Ausbildung. Wir sind natürlich dran, dass wir das weiter optimieren. Auch dafür ist Ruhpolding ein guter Standort.

Mit Bernd Eisenbichler ist ein Chiemgauer neu in leitender Funktion. Er war lange im Team der USA. Warum hat ihn der DSV geholt?

Der Bernd hat lange Jahre Erfahrungen im Ausland gesammelt, hat aber seine Wurzeln in Deutschland. Insofern hat es sich angeboten, dass man einen Experten mit dazunimmt. Biathlon ist in Deutschland eine sehr wichtige Sportart, deshalb ist das der richtige Schritt.

Es ist nicht leicht nach dem Karriereende von Laura Dahlmeier und dem Fehlen eines absoluten Top-Stars. Wie schwer ist die Aufgabe in der Zukunft?

Es hat uns eigentlich als Team immer ausgezeichnet, dass wir eine gewisse Breite hatten – ganz nach dem Motto „Einer kommt durch“. Das wollen wir auch weiterhin forcieren. Wir werden nach und nach – und das ist auch klar über ein Auf- und Abstiegssystem geregelt – junge Athleten ins Spiel bringen, aber eben auch die erfahreneren, die immer Top-Leistungen angeboten haben, weiter im Team haben. Leistungssport funktioniert halt so.

Wie sehen Sie die Sommer-Weltmeisterschaft, die im August erstmals in Ruhpolding ausgetragen wird?

Das ist für den Standort Ruhpolding sicherlich eine schöne Geschichte. Wir konzentrieren uns natürlich schon auf den Winter-Biathlon, aber gerade mit den Möglichkeiten hier in Ruhpolding sind beide Bereiche möglich. Wir werden das auch nutzen, sodass unsere Athleten alle hier vor Ort sind – auch zur Vorbereitung auf die neue Saison. Weil nächstes Jahr dann auch die Militär-Weltmeisterschaft in Ruhpolding stattfindet, ist hier allerhand geboten.Interview: Neumeier

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