Rosenheim – Das Verletzungspech bei den Starbulls Rosenheim reißt einfach nicht ab: Seit Wochen kann Trainer John Sicinski nicht annähernd auf sein Stammpersonal zurückgreifen und vor den Spielen am heutigen Freitag, 20 Uhr, in Weiden und am Sonntag, 17 Uhr, zu Hause gegen Riessersee kommt es knüppeldick. Mit Enrico Henriquez und Dennis Schütt (beide Oberkörperverletzung) fallen zwei weitere Spieler aus, sodass der Starbulls-Coach „nur noch neun Stürmer und sechs Verteidiger“ zur Verfügung hat.
Krankenakte wird
immer länger
Die Krankenakte des Starbulls-Kaders (in Klammern die voraussichtlichen Ausfallzeiten) liest sich fast schon dramatisch: Tadas Kumeliauskas (fehlt auf alle Fälle noch dieses Wochenende), Michel Fröhlich (mindestens dieses Wochenende), Florian Krumpe (soll nächste Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen), Enrico Henriquez (auf alle Fälle dieses Wochenende), Dennis Schütt (mindestens zwei Wochen), Lukas Steinhauer (mindestens dieses Wochenende). Lediglich bei Henry Wellhausen besteht die Hoffnung, dass er einsatzbereit ist. „Das entscheidet sich im Abschlusstraining. Dann hätte ich wenigstens einen zehnten Stürmer“, erklärte John Sicinski, der sich trotzdem kämpferisch gibt: „Wir wollen sechs Punkte am Wochenende. Unsere verletzten Spieler dürfen keine Ausrede sein, auch wenn es schön langsam eng wird“. John Sicinski will sich auch nicht ohne Rücksicht beim eigenen U20-Team bedienen, denn „unsere Junioren haben am Wochenende zwei Topspiele gegen Ingolstadt um Platz eins“. Weil für die Starbulls die Rückkehr der U20 in die höchste Liga ein wichtiges Ziel ist, wird Sebastian Stanik wohl nur am Freitag beim Gastspiel in Weiden mit von der Partie sein und im dritten Sturm zusammen mit Daniel Bucheli und Dimitri Litesov spielen. Die Position von Henriquez neben Josh Mitchell und Kebvin Slezak nimmt Dominik Daxlberger ein, Fabian Zick kehrt wieder in den Sturm mit Kapitän Michael Baindl und Alexander Höller zurück.
Im Tor steht gegen Weiden Luca Endres und am Sonntag im Heimspiel gegen Riessersee spielt Neuzugang Andreas Mechel, der den Starbulls bei seinen ersten Einsätzen sehr viel Sicherheit gegeben hat.
Unberechenbare
Oberpfälzer
Auch wenn es am Freitag in Weiden „nur“ gegen den Tabellenletzten der Meisterrunde geht – eine leichte Aufgabe, die von den Starbulls im Vorbeigehen gelöst werden kann, ist das definitiv nicht. Schon gar nicht mit dem dezimierten Kader. Einer 2:11-Heimniederlage gegen Regenburg vor 14 Tagen ließen die Blue Devils Weiden einen 4:3-Heimsieg gegen Deggendorf folgen – allein diese beiden Ergebnisse zeigen, wie unberechenbar die Oberpfälzer in dieser Saison sind. Dazwischen lag am vergangenen Wochenende ein 3:4 nach Penaltyschießen in Riessersee.
Während die Starbulls mindestens den zweiten Platz erreichen wollen, der zumindest bis zum Halbfinale Heimrecht in der Play-off-Runde garantiert, kämpfen die Blue Devils Weiden um den achten Platz. Weiden liegt nur drei Punkte hinter Selb und um das Play-off-Ticket zu lösen haben die Weidener noch einmal einen Kontingentspieler getauscht. Für den enttäuschenden Chase Clayton kam der 30-jährige tschechische Stürmer Tomáš Knotek. Er spielte zuletzt für Crimmitschau in der DEL2 (acht Spiele, zwei Tore, ein Assist), wo er nur einen Try-out-Vertrag hatte. In insgesamt 443 Extraliga-Partien in Tschechien gelangen ihm 63 Tore und 69 Vorlagen. In seinen ersten beiden Spielen für Weiden erzielte er gleich zwei Tore und bildet mit dem Ex-Rosenheimer Herbert Geisberger und Marco Pronath die zweite Sturmreihe. Besonders aufpassen müssen die Rosenheimer auf Weidens erste Formation mit den beiden Topscorern Tomas Rubes und Martin Heinisch.
Wie stark und wie schwer zu spielen Sonntags-Gegner Riessersee aktuell ist, zeigen die Ergebnisse der Garmischer in den letzten beiden Wochen gegen die Spitzenmannschaften Füssen, Regensburg, Deggendorf und Memmingen. Wenn verloren wurde, dann nur mit einem Tor Unterschied oder in der Overtime. Insgesamt sprangen gegen diese vier Mannschaften ordentliche sechs Punkte heraus. Topspieler bei den Werdenfelsern ist der Finne Eetu-Ville Arkiomaa, der mit 65 Scorerpunkten ligaweit Platz drei belegt und zusammen mit Florian Vollmer und Uli Maurer die Topreihe bildet.
„Wir wollen auf alle Fälle unsere Heimstärke unter Beweis stellen und den Fans ein weiteres gutes Heimspiel bieten. Mit unseren Zuschauern im Rücken können wir jeden Gegner schlagen – egal wie viele Verletzte wir haben“, ist sich Trainer John Sicinski sicher.