Der SV Wacker Burghausen hat als erster Verein der Fußball-Regionalliga Bayern aufgrund der Corona-Pandemie und dem ruhenden Spielbetrieb Kurzarbeit beantragt. In einem offenen Brief spricht der einstige Zweitligist aufgrund der fehlenden Einnahmen von einem „substanziellen Risiko“ für den Fußball in Burghausen und so bezeichnet Geschäftsführer Andreas Huber das Instrumentarium der Kurzarbeit als „finanziell alternativlos“.
Mit 5700 Mitgliedern in 22 Abteilungen ist der SV Wacker Burghausen einer der größten Vereine in Bayern und wie bei allen anderen Vereinen sind alle Hallen, Sportstätten und auch die Kindertagesstätte geschlossen, der Sportbetrieb ist komplett zum Erliegen gekommen. Etwa 60 bis 70 Mitarbeiter des Vereins sind von der Kurzarbeit betroffen, wie Vorsitzender Dr. Thomas Frey bestätigte, wobei die Fußball-GmbH mit etwa 30 Spielern und Mitarbeitern im Zentrum der Maßnahme steht. Für Geschäftsführer Huber ein konsequenter und verantwortungsvoller Schritt: „Um die wirtschaftliche Situation der Wacker Burghausen Fußball GmbH zu stabilisieren, haben wir uns entschieden, Kurzarbeit anzumelden und somit die staatlichen Zuschüsse für unser Unternehmen in Anspruch zu nehmen.“
In dem offenen Brief heißt es weiter: „Dieser Schritt war nur möglich, da alle Spieler, Trainer, Betreuer und Angestellte der Wacker Burghausen Fußball GmbH diesem Schritt zugestimmt haben. Wir sind stolz und äußerst dankbar über diese Solidaritätsbekundung.“ Da die Gehaltsstrukturen im Kader des neuen Trainers Leo Haas große Unterschiede aufweisen, ist der Verein um individuelle Lösungen bemüht. „Wir schauen, dass alle versorgt sind“, so Huber, der sich ziemlich sicher ist, dass der Spielbetrieb nicht vor dem 19. April wieder anläuft: „Alle genannten Zeitschienen sind vorläufig und können bei Bedarf noch verlängert werden. Die aktuell stark steigenden Infektionszahlen lassen vermuten, dass eine frühere Wiederaufnahme des Spielbetriebs äußerst unwahrscheinlich ist.“ Mit der Verschiebung der EM ist das Zeitfenster für die Fortsetzung des Liga-Betriebs zwar größer geworden, wann und ob die Saison zu Ende gespielt werden kann, ist freilich noch nicht absehbar.mb