Adi Preißler war Nationalspieler, deutscher Meister und Bundesliga-Trainer – den Rekord-Torschützen von Borussia Dortmund kennt man aber wohl eher durch einen Ausspruch: „Grau is’ im Leben alle Theorie – aber entscheidend is‘ auf‘m Platz!“ Und genau deshalb ist die Lösung des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), der ja die Mehrheit der Vereine im Freistaat zugestimmt hat, auch die einzig richtige.
Nach dem Votum, die Saison 2019/20 im Herbst wieder fortzusetzen, bleiben zwar noch viele Fragen offen, die der BFV klären muss; diese Fragen betreffen aber erst einmal Themen neben dem Platz wie Wechselfristen oder Vertragsmodalitäten. Die für alle Fußballfreunde entscheidenden Antworten gibt es aber nur auf dem grünen Rechteck.
Eine andere Lösung hätte hingegen Fragen aufgeworfen, die das Geschehen auf dem Rasen direkt beträfen: Wie wird gewertet? Anhand der aktuellen Tabelle? Oder nimmt man die Vorrundentabelle? Was passiert mit eventuellen Nachholspielen, die für den Ausgang wichtig wären? Und hört mir mit einem eventuellen Quotienten auf! Der Tabellenzweite hat in der Rückrunde möglicherweise schon gegen den Dritten, Vierten und Fünften gespielt, der Spitzenreiter bislang den Letzten, Vorletzten und Drittletzten zum Gegner gehabt. Ist so eine Wertung dann fair? Aber sicher nicht!
Der Blick auf die Tabellen im Kreis Inn/Salzach und auch in den höheren Amateurligen zeigt: In fast allen Spielklassen ist es noch spannend, Titelfrage und Abstiegskampf sind noch längst nicht entschieden. Weshalb es ebenso unfair wäre, einen aktuellen Tabellendritten, der durchaus dran ist an der Spitze, mit einem Abbruch zu bestrafen und einen abgeschlagenen Tabellenletzten mit einem automatischen Liga-Verbleib zu belohnen.
Deshalb: Lasst es die Spieler sportlich entscheiden – auf‘m Platz!