Fußball-Saison zieht sich bis Mai 2021

von Redaktion

Bayerischer Fußball-Verband will erweiterten Pokalwettbewerb zur Überbrückung

Rosenheim – Die unterbrochene Spielzeit 2019/20 im bayerischen Amateurfußball wird wegen des Coronavirus endgültig zur „Kaugummi-Saison“. Nicht wie von vielen Spielern und Fans erwartet im Spätherbst 2020, sondern erst im Mai 2021 stehen Meister und Absteiger bei Herren und Frauen fest – das hat der BFV am Wochenende beschlossen. Eine Saison 2020/21 gibt es damit nicht.

Zwei Gründe sind dafür maßgeblich: Zum einen hatten die Spielleiter Bedenken, die restlichen Spieltage – in den Verbandsligen und im Kreis Inn/Salzach stehen noch jeweils elf aus – und alle Nachholspiele in der Zeit zwischen dem angepeilten Neustart im September und dem erwarteten Wintereinbruch nicht unterzubringen. Zumal nicht klar ist, ob es schon Anfang September wirklich weitergehen kann. Denn dazu müssen die Vereine vier Wochen vorher trainieren und Testspiele austragen können – so hat man es ihnen versprochen.

Zum anderen will der Verband verhindern, dass die Relegation – für viele der Höhepunkt der Saison – im Spätherbst stattfinden muss. „Und was hätten wir getan, wenn entscheidende Spiele am Saisonende oder sogar in der Relegation wetterbedingt nicht ausgetragen werden könnten?“, fragt Andreas Mayländer aus Teisendorf, Spielleiter der Bayernliga Süd und Leiter einer der fünf Arbeitsgruppen, die sich derzeit Gedanken über den Spielplan machen. „Das kann im Chaos enden.“ Das Ergebnis der Arbeitsgruppen: Selbst für eine verkürzte Saison 2020/21 wäre der Terminkalender anschließend zu eng geworden.

Der Großteil der verbleibenden Spieltage soll deshalb ins Frühjahr 2021 geschoben werden, sodass das Saisonfinale wie gewohnt Mitte Mai ansteht und anschließend die Relegation ausgetragen wird, rechtzeitig vor der Fußball-Europameisterschaft 2021.

Damit den Vereinen in der Zwischenzeit nicht langweilig wird, müssen kreative Lösungen her. Die Spielleiter denken dabei vor allem an einen deutlich erweiterten Toto-Pokal 20/21 – nicht im K.o.-System, sondern mit Gruppenspielen unter vier oder fünf Mannschaften. „Diese Pokalrunden müssen so attraktiv sein, dass alle Vereine daran teilnehmen – mit vielen Lokalderbys auf Kreisebene“, sagt Mayländer. Die Bezirksliga-Vereine sollen ebenfalls mitmachen können, ohne sie mit Spielen gegen unterklassige Teams zu unterfordern. Für die zweiten Mannschaften im Kreis Inn/Salzach denkt Kreisspielleiter Hans Mayer (Petting) an eine eigene Pokalrunde. Konkrete Ansetzungen sind aber erst nach dem Neustart zu erwarten.

Wenn es tatsächlich am ersten September-Wochenende losgehen kann, stehen nach den Planungen des BFV erst einmal Pokalspiele aus der unterbrochenen Saison an. Sowohl im Kreispokal als auch im Verbandspokal müssen die Halbfinals ausgetragen werden. FC Memmingen – TSV 1860 München und Viktoria Aschaffenburg – Würzburger Kickers lauten die Paarungen auf Verbandsebene, im Kreis Inn/Salzach spielen SV Mehring – SV Bruckmühl und DJK Götting – TuS Prien. Nach den Finalspielen soll die Punktrunde fortgesetzt werden, etwa bis Ende Oktober. Die neue Pokalrunde könnte sich anschließen. Im Frühjahr 2021 sieht der Rahmenterminkalender die ersten Spiele um den 20. März vor, das Saisonfinale ist für Mitte oder Ende Mai vorgesehen. Die genauen Terminpläne wollen die Spielleiter rechtzeitig mit den Vereinen besprechen.

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