Rosenheim/Mühldorf – Das Coronavirus hat viele Sportvereine hart getroffen – nahezu alle Spiele, Ligen oder Wettbewerbe konnten nicht stattfinden. Außerdem mussten die Vereine auf einige Einnahmen verzichten. Die OVB-Sportredaktion hat bei Vereinen aus verschiedenen Sommer-Teamsportarten nachgefragt, wie die aktuelle Lage ist und wie sie bislang durch die Corona-Krise gekommen sind.
Tennis: „Wir trainieren – natürlich unter Beachtung der Abstandsregeln – seit 11. Mai. Es funktioniert sehr gut, alle sind froh, dass sie wieder Tennis spielen dürfen, und halten sich daher an die Hygienemaßnahmen des BTV. Tennis ist ja eh eine kontaktlose Sportart, daher ist es für uns leichter. Die Bundesliga-Spielzeit 2020 findet nicht statt, es wird aber aktuell eine Art Übergangssaison in allen anderen Klassen gespielt. Wir hoffen, dass man bis zum Winter auch wieder in der Halle spielen darf, damit es dann wieder voll losgehen kann. Unser Verein hat zum Glück keinen finanziellen Schaden aus der Corona-Zeit getragen, unsere Sponsoren sind durchgehend hinter uns gestanden. Es ist sogar – warum auch immer – eher in die andere Richtung gegangen, es war ein regelrechter Boom: In unserem Tenniscamp haben 70 Kinder teilgenommen, so viele waren es noch nie. Mit unseren 22 Tennisfeldern konnten wir die Hygienemaßnahmen trotz der ungewöhnlich vielen Teilnehmer einhalten.“ (Wolf-Dieter Dörfler, Vorstand TC 1860 Rosenheim)
Faustball: „Faustball ist als kontaktlose Sportart eingestuft worden, daher können wir wieder trainieren. Ab Mitte September startet bei den Damen und Herren ein verkürzter Spielbetrieb ohne Auf- und Abstiegsmöglichkeiten. Die Jugendsaison ist ebenfalls abgebrochen worden. Die Senioren 35 der Männer hatten sich für die deutsche Meisterschaft qualifiziert, welche aber abgesagt wurde. Stattdessen spielen die zehn qualifizierten Mannschaften am 12. und 13. September per Turniermodus den deutschen Meister aus. Die üblichen Hygienemaßnahmen gelten natürlich auch für uns: in den Umkleiden nur mit Maske, nur einzeln Duschen und die Abstandsregelung. Die Abteilung Faustball hat glücklicherweise keinen wirklichen Schaden aus der Corona-Krise genommen.“ (Christian Weiß, Pressesprecher und Jugendleiter MTV Rosenheim)
Beach Soccer: „Wir können seit über zwei Monaten unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen wieder trainieren, waren auch in Prag bei einem Freundschaftsspiel. Nachdem das Coronavirus den Liga-Auftakt im Mai verhindert hatte, spielen wir den Wettbewerb seit 8. August in verkürzter Form. Aus den ersten drei Spielen haben wir zwei gewonnen. Verloren haben wir gegen die Rostocker Robben, den Vorjahresmeister. Daher bin ich mit dem Saisonstart sehr zufrieden. Alle unserer Sponsoren sind uns in dieser schwierigen Zeit treu geblieben, weshalb der Verein in keine finanziellen Schwierigkeiten geraten ist. Im Vergleich zu anderen Vereinen können wir in dieser Hinsicht wirklich von Glück sprechen.“ (Matthias Brandlmaier, Trainer BSC Beach Boyz Waldkraiburg)
American Football: „Wir trainieren seit circa einem Monat kontaktlos in Kleingruppen, seit zwei Wochen mit der ganzen Mannschaft und jetzt wieder mit Körperkontakt. Unser Kader hat sich auf 60 Spieler vergrößert, im Training anwesend sind durchschnittlich 45. Die Spieler kommen umgezogen und fahren danach wieder, ohne die Umkleiden oder die Duschen zu benutzen. Das finde ich absolut richtig in dieser Zeit. Die Saison ist komplett abgesagt worden, wir hoffen aber, dass wir ein paar Testspiele machen können. Wir werden das Training durchziehen und uns auf den Saisonstart im April 2021 – wenn es bis dahin wieder möglich ist – vorbereiten. Beim Hauptverein kann ich es nicht sagen, aber die Football-Abteilung ist finanziell gut durch die Krise gekommen. Uns sind viele Kosten, wie zum Beispiel der Mannschaftsbus, erspart geblieben.“ (Andreas Schiburr, Abteilungsleiter Rosenheim Rebels)
Feldhockey: „Die Mannschaften trainieren alle wieder. Am längsten die Herrenmannschaft, die hat vor knapp zwei Monaten kontaktlos angefangen. Seit circa drei Wochen dürfen auch wieder ,Spielchen‘ gemacht werden. Die Anwesenheit wird schriftlich kontrolliert, die Spielgeräte dürfen nicht ausgetauscht werden und es wird regelmäßig desinfiziert. Die Umkleiden und Duschen stehen den Mannschaften bisher noch nicht zur Verfügung. Ob es eine Punktrunde geben wird, ist noch nicht sicher. Geplant ist der Start Ende August, es wird aber noch an einem Hygienekonzept gearbeitet. Es ist natürlich alles, woraus wir unsere Einnahmen ziehen, ins Wasser gefallen. Wir hatten aber ein riesen Glück: Wir haben bei einer Sparkassen-Stiftung gewonnen und damit unsere Verluste wieder hereingeholt.“ (Frank Holthoff, Abteilungsleitung SB Rosenheim Hockey)
Baseball: „Seit Ende Mai können unsere Mannschaften unter den Auflagen wieder trainieren. Also in Gruppen, unter Einhaltung der Abstandsregelungen und alles wird dokumentiert. Der Spielbetrieb läuft seit Anfang August ohne Zuschauer und in einer verkürzten Fassung. Normal geht es im März los mit einer Sommerpause im August, welche es jetzt natürlich nicht geben wird. Wir haben zum Glück gar keinen finanziellen Schaden aus der Corona-Krise gezogen. Unsere wichtigste Einnahmequelle war ein Hallenturnier, das im Januar stattgefunden hat. Sonst sind die finanziellen Mittel relativ gleich geblieben. Ohne den Spielbetrieb hatten wir keine Einnahmen – aber auch keine Ausgaben.“ (Markus Michael, Abteilungsleiter Rosenheim 89ers)
Golf: „Der Golfclub hat den Betrieb Mitte Mai wieder aufgenommen. Wir mussten uns wie alle anderen auch natürlich an die gegebenen Vorgaben halten: Abstandsregeln, kleine Gruppen, regelmäßige Desinfektion und eingeschränkter Aufenthalt im Clubheim. Natürlich leidet unser Betrieb unter den Auflagen, trotzdem sind alle ziemlich zufrieden. Die Punkterunden für die Mannschaften sind alle schon lange abgesagt worden, wir werden aber im September mit den Meisterschaften starten. Dank des Hygienekonzepts sehe ich keine Probleme bei der Umsetzung des Wettbewerbs.“ (Giorgio Dander, Präsident GC Höslwang)