Hohenstein-Ernstthal – Jonas Folger ist längst wieder in fahrerischer Hochform. Auf der kurvenreichen Berg- und Talbahn des legendären Sachsenrings war der 27-Jährige auch am Renntag der internationalen deutschen Meisterschaft (IDM) in der Superbike-Klasse die Dominanz in Person.
Nach der Bestzeit im Warm-Up bei knackigen 13 Grad begann der erste Lauf zur Mittagszeit allerdings ein wenig turbulent. Nach vier Runden musste wegen eines Sturzes eines anderen Fahrers abgebrochen werden. Doch beim Neustart über die auf 14 Runden verkürzte Distanz ließ Folger von Anfang nichts anbrennen und stürmte von der Pole-Position zu einem unangefochtenen Start-ZielSieg. Im zweiten Rennen hingegen brauchte es wegen der „Reversed Grid“-Regel nicht einmal eine halbe Runde auf dem 3,6 Kilometer langen Rundkurs, bis Folger freie Sicht nach vorne hatte. Beim ersten Rennen behielt der Yamaha-Pilot die Oberhand vor Florian Alt und Dominic Schmitter, im zweiten Rennen lag er vor Ilya Mikhalchuk und Vladimir Leonov. „Ich bin überglücklich. Die heutigen zwei Rennsiege sind der Verdienst unserer harten Arbeit. Allerdings war ich mir im Vorhinein schon ziemlich sicher, dass wir auf dem Sachsenring sehr stark sein werden. Diese Strecke liegt mir mittlerweile einfach supergut“, meint Folger, der sein Team lobt: „Das Team hat auch dieses Mal wieder einen super Job erledigt. Wir haben bereits in den freien Trainings den richtigen Weg eingeschlagen, was die Abstimmung der Elektronik betraf. Hinsichtlich der Leistungsentfaltung hatten wir schnell die richtigen Schritte erzielt. „Das waren mitunter die ausschlaggebenden Gründe, warum wir zu diesen Leistungen fähig waren und weshalb auch diese großartigen Ergebnisse zustande gekommen sind.“
Nach zwei Saisonevents führt er die Tabelle mit Punktemaximum an. Mit 100 Zählern führt er vor Mikhalchuk (67) und Alt (63). In der verkürzten IDM-Superbike 2020 geht es nun Schlag auf Schlag: Die nächste Meisterschaftsrunde findet bereits am Wochenende auf dem Lausitzring statt.
Grünwald etabliert
sich in der Spitze
Der Waldkraiburger Luca Grünwald hat sich auf dem Sachsenring dank zweier dritter Plätze mit seiner Kawasaki ZX-6R fest in der Spitzengruppe der IDM-Supersport etabliert.
Im Gegensatz zum Saisonauftakt vor drei Wochen im holländischen Assen waren der mehrfache deutsche Meister und seine Mannschaft des Kawasaki Schnock Teams hinsichtlich der Trainingsplatzierungen dieses Mal von Anfang an besser aufgestellt. Der sechste Startplatz nach den Qualifyings war eine ungleich bessere Ausgangsposition. In beiden Rennen haderte Grünwald allerdings in der Anfangsphase mit sich selbst, um dann noch ein Wörtchen um den Sieg mitreden zu können. „Nach zwei guten Starts habe ich allerdings jedes Mal die erste Runde ein wenig verpatzt. Die Startphase mit den ersten zwei, drei Runden ist überhaupt noch eine kleine Schwäche von mir. Ich muss von Anfang an näher an der Spitze dran sein. In dieser Hinsicht muss ich mich noch verbessern“, so Grünwald selbstkritisch.
Das erste Rennen beendete er als Dritter hinter Max Enderlein und Martin Vugrinec – diese Reihenfolge gab es auch im zweiten Bewerb am Sachsenring. „Das zweite Saison-Meeting hat insgesamt betrachtet eine deutliche Steigerung gebracht. Trotzdem bin ich nicht restlos zufrieden damit. Die beiden Rennen waren eine schwierige Angelegenheit. Zweimal Dritter war das Maximum“, stellte Grünwald fest. Der Waldkraiburger sagt: „Mein Bike hat an diesen zwei Tagen hervorragend funktioniert. Daher ein großer Dank an das gesamte Team für den tollen Einsatz. Es fehlt nicht viel, aber wir sind auch noch nicht ganz so weit, dass wir permanent vorne mitmischen können.“ Auch für ihn besteht die nächste Gelegenheit am Wochenende auf dem Lausitzring. Dorthin reist der Waldkraiburger als Gesamtdritter mit 61 Punkten hinter Max Enderlein (79) und Sander Kroeze (66).re